„Hysterie“ um Angriff Russlands auf Ukraine – Lawrow spricht von „Informationsterrorismus“

© REUTERS / POOLDer russische Außenminister Sergej Lawrow
Der russische Außenminister Sergej Lawrow - SNA, 1920, 15.02.2022
Laut dem russischen Außenminister Sergej Lawrow kehren russische Streitkräfte planmäßig zu ihren ständigen Stationierungsorten zurück – unabhängig von der westlichen „Hysterie“ in Bezug auf einen angeblichen Einmarsch in die Ukraine. Nach seiner Ansicht wird rund um dieses Thema „Informationsterrorismus“ entfacht.
Der russische Außenminister hob am Dienstag beim Treffen mit dem Außenminister Polens und amtierenden Vorsitzenden der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Zbigniew Rau, erneut hervor, dass Russland die Militärübungen „auf seinem eigenen Territorium“ und „seinen eigenen Plänen“ entsprechend durchführe.

„Sie beginnen, verlaufen und enden wie geplant. Darüber haben wir schon mehrfach gesprochen“, sagte Lawrow.

Dasselbe gelte auch für die Übungen im Westen des Landes, im Fernen Osten oder für die gemeinsamen russisch-belarussischen Übungen, die ebenfalls streng nach einem vorher vereinbarten Zeitplan entwickelt und durchgeführt würden.
„Und dies geschieht unabhängig davon, wer und was denkt, wer und wie diesbezüglich Hysterie betreibt, wer und wie einen echten Informationsterrorismus entfacht (…)“, betonte der russische Außenminister.
Ferner wies Lawrow Berichte des Westens, wonach Russland die russisch-belarussischen Übungen für einen „Angriff auf Kiew“ aus dem Norden und dessen „Eroberung“ benutze, als „Spekulationen“ zurück. Er erklärte, dass diese „paranoiden Szenarien“ mehrmals in den Medien – „und zwar in den seriösen“ – veröffentlicht worden seien.
„Offenbar haben die Aufregung und die Not, die die Dirigenten und Drehbuchautoren all dieser Aktionen empfanden, auch die Medien dominiert“, sagte Lawrow.
Ukrainische Soldaten in Tarnuniform. Übungsgelände Jaworowo bei Lwow, 28. Januar 2022 - SNA, 1920, 15.02.2022
Russland wird nicht in die Ukraine einmarschieren, falls es nicht provoziert wird – Botschafter

Russland zieht teilweise Truppen ab

Zuvor hat der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, gegenüber Journalisten mitgeteilt, dass russische Streitkräfte nach einer großangelegten Übung im Rahmen des Unionsstaates mit Belarus im Süden und Westen des Landes in die Kasernen zurückkehrten.
„Die Truppen der Militärbezirke Süd und West, die ihre Aufgaben bereits erfüllt haben, besteigen jetzt Züge und Lkw, um sich noch heute auf den Weg zu ihren ständigen Stationierungsorten zu machen“, so der Sprecher.
Das Großmanöver fällt in die Zeit zunehmender Spannungen zwischen Russland und dem Westen wegen der Ukraine-Krise. Westliche Staaten werfen Russland vor, Streitkräfte an der ukrainischen Grenze zusammengezogen zu haben und eine Invasion in das Land zu planen.
Moskau dementiert das und fordert seinerseits von den USA und der Nato umfassende Sicherheitsgarantien. Russland verlangt unter anderem ein Ende der Nato-Osterweiterung und einen Verzicht auf eine mögliche Aufnahme der Ukraine in das westliche Militärbündnis.
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