Kleingewerbetreibende in Deutschland klagen über schlechte Auftragslage

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Homeoffice (Symbolbild) - SNA, 1920, 15.02.2022
Trotz vieler Lockerungen im Vergleich zum ersten Corona-Jahr leiden Soloselbständige und Kleinstunternehmer in Deutschland weiter unter der schlechten Auftragslage: In einer aktuellen Umfrage im Aufrag der Auskunftei Schufa berichtete fast die Hälfte der befragten Unternehmer, dass sie weniger Aufträge als 2019 haben.
Etwa ein Fünftel (22 Prozent der Soloselbständigen und 18 Prozent der Kleinstunternehmen) haben nach eigenen Angaben deutlich weniger zu tun als im Vor-Corona-Jahr, teilte Schufa am Dienstag in Wiesbaden mit.
Mehr als die Hälfte der Unternehmer gab an, auf Rücklagen zurückgegriffen zu haben. 14 Prozent der Soloselbständigen und 21 Prozent der Kleinstunternehmen haben Zahlungen stunden lassen. Umgekehrt haben etwa 30 der Soloselbständigen und 44 Prozent der Kleinstunternehmen die Erfahrung gemacht, dass Kunden Rechnungen verspätet beglichen haben.
Export-Logo (Symbolbild) - SNA, 1920, 09.02.2022
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„Wir sind trotz zahlreicher Lockerungen noch weit weg von einer Normalisierung“, kommentierte Schufa-Vorstandsmitglied Ole Schröder. „Bei einem großen Teil der Kleingewerbetreibenden geht es an die Substanz.“

Leichter Optimismus und Wunsch nach einheitlichen Regeln

Rund die Hälfte der Soloselbständigen und Kleinstunternehmen (48 bzw. 52 Prozent) blickt aktuell sorgenvoll in die Zukunft. Vor allem die Kleinstunternehmen befürchten einen Anstieg der Steuern für Unternehmen. Dazu glauben sie, dass sich allgemeine Preissteigerungen negativ auf ihre Unternehmen auswirken.
Wenn es um die Existenz des eigenen Unternehmens geht, kommt allerdings leichter Optimismus auf: Zwei Drittel der Soloselbständigen und fast drei Viertel der Kleinstunternehmen schätzen es trotz der Umstände als „weiterhin sicher“ ein.
Mit den Corona-Maßnahmen scheinen sich die Befragten weitgehend arrangiert zu haben. Die Regeln, die im jeweiligen Bundesland gelten, werden von 55 Prozent der Soloselbständigen und 56 Prozent der Kleinstunternehmen befürwortet. Eine Forderung vereint aber einen Großteil der Befragten: 69 Prozent der Soloselbständigen und 72 Prozent der Kleinstunternehmen wünschen sich bundesweit einheitliche Regelungen.
Das Forschungsinstitut Nordlight Research hat im Januar dieses Jahres 505 Soloselbständige und 300 Kleinstunternehmen im Auftrag der Schufa online befragt.
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