Putin: Kunden in Deutschland haben Altkanzler Schröder niedrige Gaspreise zu verdanken

© SNA / Sergej Gunejew / Zur BilddatenbankRusslands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz. Moskau, 15. Februar 2022
Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz. Moskau, 15. Februar 2022 - SNA, 1920, 15.02.2022
Kunden in Deutschland haben laut Russlands Präsident Wladimir Putin dem Ex-Kanzler Gerhard Schröder niedrige Gaspreise zu verdanken.

„Die Kunden sollten sich bei Schröder dafür bedanken, dass sie Gas von Russland zu einem Preis beziehen, der um 80 Prozent unter dem Spotpreis liegt“, erklärte der russische Staatschef am Dienstag, nach seinem Gespräch mit Bundeskanzler Olaf Scholz in Moskau.

Er erinnerte daran, dass Russland, Deutschland und die Ukraine Anfang der 2000er Jahre ein Abkommen über die Gründung eines internationalen Konsortiums unterzeichnet hatten, welches das Gastransportsystem der Ukraine verwalten sollte – jedoch als deren Staatseigentum. Das Konsortium habe das Gastransportsystem ausbauen und technisch instandhalten sollen, sagte Putin.
„Aber die neue Führung der Ukraine unter Präsident Viktor Juschtschenko stieg aus dem Abkommen aus. Das beeinträchtigte die Sicherheit der Gaslieferungen nach Deutschland und Europa als Ganzes.“
Putin zufolge habe Herr Schröder damals den Bau der Gaspipeline Nord Stream 1 befürwortet. Derzeit beziehe Deutschland jährlich 55 Milliarden Kubikmeter Gas über diese Leitung. Das Gas fließe gemäß langfristigen Verträgen, wonach der Preis nur einen Bruchteil des Preises auf dem Spotmarkt betrage.
Anlandepunkt der Gasleitung Nord Stream 1 in Lubmin bei Greifswald: Erstes Gas fließt am 8. November 2011 nach Deutschland (Archiv) - SNA, 1920, 07.02.2022
Nord Stream 1: Gazprom wiederholt mit 59,2 Mrd. Kubikmetern Rekord von 2020
Russisches Gas für die Industrie und Haushalte in Deutschland sei im Durchschnitt um etwa 80 Prozent billiger. „Möge ein Bürger in Deutschland seine Geldbörse öffnen und die Frage beantworten, ob er bereit wäre, das Drei- bis Fünffache für Strom, Gas und Wärme zu zahlen. Wenn nicht, dann sollte er sich beim Herrn Schröder bedanken, für das Ergebnis seiner Arbeit“, sagte der russische Präsident.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала