Einen Tag vor Bund-Länder-Runde: Bayern lockert Corona-Einschränkungen

© AP Photo / Matthias SchraderCSU-Chef Markus Söder (Archivbild)
CSU-Chef Markus Söder (Archivbild) - SNA, 1920, 15.02.2022
Im Vorfeld der Bund-Länder-Runde zur Corona-Politik hat die Bayerische Staatsregierung beschlossen, Kontaktbeschränkungen im privaten Bereich und zusätzliche Tests für Geimpfte und Genesene aufzuheben sowie auch weitere Corona-Maßnahmen zu lockern, die am Donnerstag in Kraft treten. Das folgt aus einem Bericht aus der Kabinettssitzung vom Dienstag.
Die Kontaktbeschränkungen für Geimpfte und Genesene im privaten Bereich werden laut Anpassungen der 15. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung komplett aufgehoben. Bisher betrug die Obergrenze zehn Personen. Für Ungeimpfte bleiben die Kontaktbeschränkungen unverändert.
Zusätzliche Tests in mehreren Bereichen des öffentlichen Lebens sind nicht mehr erforderlich: Statt der bisher geltenden 2G-plus-Regelung soll ab Donnerstag nur noch 2G gelten. Hinzu kommen Sport- und Kulturveranstaltungen (für Zuschauer), öffentliche und private Veranstaltungen in nichtprivaten Räumlichkeiten, Freizeiteinrichtungen, Objekte der bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen indoor, aber auch Messen, Tagungen und Kongresse
Die maximale Zuschauerzahl wird bei Kultur- und Sportveranstaltungen von 15.000 auf 25.000 angehoben. Die geltenden Kapazitätsgrenzen von 75 Prozent im Kulturbereich und 50 Prozent in übrigen Bereichen bleiben weiterhin bestehen. Auch die FFP2-Maskenpflicht gilt weiter.
Die Auslastungsgrenzen für zoologische und botanische Gärten unter freiem Himmel sowie für Gedenkstätten, Freizeitparks und Ausflugsschiffe werden aufgehoben.
Die Pflicht zur Kontaktdatenerfassung entfällt ebenso wie die bisherige Pflicht, bei größeren Sport- und Kulturveranstaltungen nur personalisierte Tickets zu verkaufen.
2G-Regel (Symbolbild) - SNA, 1920, 15.02.2022
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Hochschulbildung, die berufliche Aus-, Fort- und Weiterbildung, die außerschulische Bildung und die Musikschulen sollen künftig unter den Bedingungen von 3G (statt wie bisher 2G) zugänglich sein. Dasselbe gilt auch für aktive Mitwirkung in Laienensembles und „aktive sportliche Betätigung“, darunter auch praktische Sportausbildung. Auch für Museen, Ausstellungen, Bibliotheken und Archive sowie Fitnessstudios und Solarien gilt die 3G-Regel.
Personalisierte Tickets für größere Sport- und Kulturveranstaltungen sind nicht mehr erforderlich. Auch die Pflicht zur Kontaktdatenerfassung entfällt.
Die bisherige Begrenzung der Kundenzahl nach dem Prinzip zehn Quadratmeterfläche pro einen Kunden für Handels-, Dienstleistungs- und Handwerksbetriebe wird aufgehoben. Die FFP2-Maskenpflicht gilt weiterhin.
Minderjährige, die in der Schule regelmäßig negativ getestet werden, haben künftig generell zu allen Bereichen von 2G Zugang – auch ohne Impfung.

„Wir sind Team Vorsicht und Team Freiheit, aber nicht Team Stur“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur den Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU). Man gehe alleine nach dem „objektiven Maßstab“ der Gefährlichkeit, sagte er nach der Kabinettssitzung.

Kuss - SNA, 1920, 15.02.2022
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Die Lockerungen in Bayern werden nur einen Tag vor der Bund-Länder-Runde zur Corona-Lage beschlossen. Laut der Mitteilung der Bayerischen Staatsregierung erwartet der Freistaat von der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch „weitere Öffnungsperspektiven für die Gastronomie, das Beherbergungswesen sowie für Schankwirtschaften, Clubs und Diskotheken“. Bayern könne sich dabei vorstellen, die Gastronomie und das Beherbergungswesen bald generell nach 3G zu öffnen. „Schankwirtschaften, Clubs und Diskotheken könnten vorsichtig unter den Bedingungen von 2G plus geöffnet werden. Bundesweite Schritte in dieser Richtung würden von Bayern begrüßt“.
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