Oligarchen verlassen Ukraine – Präsident Selenski: „Haben ihr eigenes Urteil gesprochen“

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Flugzeug. Symbolöbild - SNA, 1920, 14.02.2022
Zeitungsberichten zufolge haben mehrere ukrainische Oligarchen aus Angst vor einer möglichen Eskalation der derzeitigen Lage ihr Land verlassen. Präsident Selenski räumt ein, daran nichts ändern zu können, appelliert aber an die Geschäftsleute, ihre Mitarbeiter nicht im Stich zu lassen.
Zwanzig Charterflüge und Privatjets seien an nur einem Tag in Kiew gestartet: Ukrainische Oligarchen würden das Land verlassen oder ihre Familienmitglieder ausfliegen, schreibt die Online-Zeitung „Ukrainskaja prawda“
Präsident Selenski hat den Unternehmer-Exodus nach seinem Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz am heutigen Montag kommentiert: „Es ist ein großes Problem mit den Oligarchen. Hier kann und wird der Staat keinen Einfluss nehmen. Ich finde, sie haben damit ihr eigenes Urteil gesprochen. Ich finde aber auch, sie sollten zu ihren Betrieben, zu den zehntausenden Menschen zurückkehren, die für sie und für den Staat arbeiten.“ Es handele sich doch um Großindustrielle, die vom Staat im Zuge der Privatisierung auch etwas erhalten hätten, fügte der ukrainische Präsident hinzu. Der Staat habe ihnen eine „große Chance“ gegeben.

Appell auch an Abgeordnete

Nach Zeitungsberichten haben in jüngster Zeit auch einige Abgeordnete die Ukraine verlassen. Welchen Parteien die Volksvertreter angehören, sagte Selenski nicht, mahnte die Politiker aber zur Rückkehr: „Ich möchte persönlich darum bitten, dass sie … doch zurückkommen. Ich finde, sie müssen zurückkommen. Anderenfalls müssen wir als Staat und als Führung weitreichende Schlüsse ziehen.“ Die Führung und das Parlament hätten eine Vorbildfunktion für das ukrainische Volk und müssten Einigkeit demonstrieren.
Olaf Scholz auf einer Pressekonferenz mit Wladimir Selenski, 14. Februar 2022 - SNA, 1920, 14.02.2022
Ukraine-Krise: Scholz dankt Kiew für „zurückhaltende Reaktion“ und sagt weitere Finanzhilfen zu
Entgegen anderslautenden Erklärungen aus Moskau beschuldigt der Westen die russische Regierung, die Lage an der ukrainischen Grenze zu eskalieren. Nach Angaben des russischen Außenministeriums geht der Konflikt in Bezug auf die Ukraine aber nicht von Russland aus. Vielmehr nutzt der Westen die angespannte Lage als Vorwand für die Verstärkung seiner Truppen an den russischen Grenzen und als Rechtfertigung dafür, dass Kiew die Minsker Vereinbarungen hintertreibt. Aus dem Kreml hieß es, die Nato und die Vereinigten Staaten würden ihre Erklärungen zur Ukraine in Lügen und Fake News einbetten.
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