IOC: Keine Medaillenzeremonien für Walijewa in Peking

© SNA / Alexander Vilf / Zur BilddatenbankRussische Eiskunstläuferin Kamila Walijewa
Russische Eiskunstläuferin Kamila Walijewa - SNA, 1920, 14.02.2022
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat laut der offiziellen Website der Organisation die Siegerehrung für das Mannschafts-Eiskunstlaufturnier bei den Olympischen Spielen in Peking abgesagt. Auch für den Fall eines weiteren Medaillengewinns der Russin Kamila Walijewa im Eiskunstlauf-Einzel wird es keine Medaillenzeremonie geben.
„Wenn Kamila Walijewa bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking unter die ersten drei Athletinnen im Dameneinzel kommt, wird weder die Siegerehrung noch die Blumenzeremonie stattfinden“, heißt es auf der offiziellen Website des IOC.
Zuvor hatte die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees mitgeteilt, Medaillen an die Gewinner des Mannschafts-Eiskunstlaufturniers würden erst nach Abschluss des Verfahrens im Dopingfall von Walijewa verliehen.

„Im Interesse der Fairness gegenüber allen Sportlern (...) wäre es unangemessen, die Medaillenzeremonie für den Eiskunstlauf-Mannschaftswettbewerb während der Olympischen Winterspiele Peking 2022 abzuhalten, da es einen Sportler geben wird, der einerseits eine positive A-Probe hat, dessen Verstoß gegen die Anti-Doping-Regeln aber andererseits noch nicht festgestellt wurde", so das IOC.

Erste Reaktion russischer Behörden

Der Pressesprecher des Präsidenten der Russischen Föderation, Dmitri Peskow, kommentierte die Situation dahingehend, dass die Vertreter des Russischen Olympischen Komitees eine „ernsthafte Arbeit“ durchführen, zu der Situation wolle er aber vorerst nicht Stellung nehmen.
„Ich werde das nicht kommentieren, Sie verstehen, dass es um die ernsthafte Arbeit von Anwälten und Vertretern unseres russischen Olympischen Komitees (…) geht. Diese Arbeit geht weiter, lassen Sie uns diese Arbeit nicht durch Kommentare stören“, sagte Peskow gegenüber Reportern.
Laut dem Kremlsprecher wünscht ganz Russland, dass Kamila die Olympischen Spiele gewinnt. „Wir wünschen dies jedem Sportler“, so Peskow. Dies sei der Traum eines jeden Athleten, und jeder Athlet gehe zu seinem Traum.
„Wir sind auf jeden Fall froh, dass Kamila trotzdem im Eiskunstlauf-Einzel weiter teilnehmen darf“, sagte der Politiker gegenüber Reportern.
Darüber hinaus erklärte er, dass die russischen Sportbehörden auf der Durchführung der Preisverleihung für die Eiskunstläufer bestehen würden.
Russische Eiskunstläuferin Kamila Walijewa - SNA, 1920, 14.02.2022
Russische Eiskunstläuferin Kamila Walijewa zur Teilnahme am Olympia-Einzel zugelassen

Fall Walijewa

Die 15-jährige Russin Kamila Walijewa ist die erste Eiskunstläuferin in der Geschichte, die bei den Olympischen Spielen einen Vierfachsprung ausgeführt hat. Ihr triumphaler Auftritt wurde jedoch von einem plötzlichen Bericht der Welt-Antidoping-Agentur (Wada) über eine Dopingprobe überschattet, die sie Ende Dezember gemacht hatte und die angeblich positiv ausgefallen war.
Das Russische Olympische Komitee (ROC) hält das Vorgehen allerdings für nicht rechtens. Der Dopingtest von Walijewa gelte nicht für den Zeitraum der Winterspiele. Außerdem seien weitere Dopingproben von ihr im Januar und in Peking negativ ausgefallen.
Laut dem am Montag vom Internationale Sportgerichtshof Cas gefassten Beschluss darf Walijewa nun trotz des angeblichen Dopingvergehens im Eiskunstlauf-Einzel bei den Winterspielen teilnehmen. Somit lehnte der Gerichtshof die Einsprüche des Internationalen Olympischen Komitees (OIC), der Internationalen Eisläuferunion (ISU) und der Wada gegen die Aufhebung einer vorläufigen Sperre der 15-Jährigen ab.
Für Walijewa ist das die erste Saison im Eiskunstlauf der Erwachsenen und sie hat bisher noch keinen einzigen Wettbewerb verloren.
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