Ukraine-Krise: Südkorea will der EU bei Gasversorgung helfen

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Gasförderbetrieb - SNA, 1920, 13.02.2022
Südkorea könnte offenbar einen Teil der Gasmengen, die es aus den USA bezieht, nach Europa schicken, sollten die russischen Gaslieferungen wegen der Ukraine-Krise ausbleiben. Das machte der südkoreanische Außenminister Chung Eui-yong am Samstag deutlich.
Südkorea prüfe die Möglichkeit, die Gaslieferungen nach Europa zu unterstützen, sollte es zu Problemen kommen, sagte Chung Eui-yong auf einer Pressekonferenz nach einem Treffen mit US-Außenminister Antony Blinken und seinem japanischen Amtskollegen Hayashi Yoshimasa.
Der südkoreanische Gasversorger KOGAS hatte auf SNA-Anfrage mitgeteilt, ihm lägen vorerst keine Bitten seitens der Lieferanten oder der südkoreanischen Regierung vor, die amerikanischen Gaslieferungen teilwiese nach Europa umzuleiten.
Die Entwicklung in der Ukraine gehe in die falsche Richtung, sagte der südkoreanische Minister weiter. „Ich hoffe auf eine Lösung durch Diplomatie und Dialog.“
Westliche Staaten werfen seit Monaten Russland vor, Streitkräfte an der ukrainischen Grenze zusammengezogen zu haben und eine Invasion zu planen. Moskau bestreitet die angeblichen Einmarschpläne. Vor diesem Hintergrund wächst in der EU die Sorge vor Lieferausfällen beim russischen Erdgas.
Die Kompressorstation Sayda verbindet die Pipelinesysteme der Tschechischen Republik (Gazela-Pipeline) und Deutschlands.  - SNA, 1920, 03.02.2022
Wenn der Kreml den Gashahn nach Sanktionen zudreht: USA und EU suchen alternative Lieferanten
Das „Wall Street Journal“ hatte Ende Januar berichtet, dass die USA mehr als 20 Gastanker nach Europa geschickt hätten, um den russischen Kraftstoff zu ersetzen. Dem Blatt zufolge suchten Beamte in Washington und Brüssel auch weiter nach einem kurzfristigen Ersatz für Moskaus Exporte. Die US-Regierung soll bei Telefonaten mit Regierungen anderer Länder die Möglichkeiten für eine Umleitung von Gaslieferungen nach Europa ausgelotet haben.
Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete, dass das Weiße Haus die Gasproduzenten in Katar, Nigeria, Ägypten, Libyen und Algerien um eine Erhöhung ihrer Produktion gebeten habe, sollten Kampfhandlungen ausbrechen.
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