SkyUp-Maschine landet in Moldau: Flugzeugeigentümer verbietet Einflug in ukrainischen Luftraum

© AFP 2022 / GENYA SAVILOVEine Maschine der Fluggesellschaft SkyUp (Symbolbild)
Eine Maschine der Fluggesellschaft SkyUp (Symbolbild)  - SNA, 1920, 13.02.2022
Ein Flugzeug der ukrainischen Fluggesellschaft SkyUp, das von der portugiesischen Insel Madeira nach Kiew unterwegs war, hat in der moldauischen Hauptstadt Chișinău landen müssen, nachdem der Flugzeugseigentümer der Maschine verboten hatte, den ukrainischen Luftraum zu betreten. Dies geht aus einer Mitteilung des Pressedienstes von SkyUp hervor.
Es handelt sich demnach um die Maschine mit dem Luftfahrzeugkennzeichen UR-SQO, die am Samstag einen Flug von Funchal (Madeira, Portugal) nach Boryspil (Ukraine) durchgeführt hat.
Am 12. Februar 2022 habe der in Irland ansässige Leasinggeber die Fluggesellschaft über das sofortige Verbot für das erwähnte Flugzeug informiert, in den ukrainischen Luftraum einzudringen. „Trotz aller Bemühungen der Fluggesellschaft und der Bereitschaft der ukrainischen Behörden, sich an den Leasinggeber zu wenden, lehnte der Flugzeugeigentümer die Anfrage kategorisch genau zu dem Zeitpunkt ab, als das Flugzeug bereits nach Kiew flog“, heißt es in der Mitteilung, die am Sonntag veröffentlicht wurde.
SkyUp habe die Landung des Flugzeugs im Flughafen von Chișinău vereinbaren können. Der Flughafen ist etwa 50 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Zurzeit wird die Beförderung von etwa 175 Passagieren nach Kiew organisiert. Alle Passagiere seien mit Essen versorgt worden.

Flugverkehr in Ukraine könnte zum Erliegen kommen

Zuvor hatte die Online-Zeitung Strana.ua unter Verweis auf nicht namentlich genannte Quellen berichtet, dass die größten internationalen Versicherungsgesellschaften am Montag ankündigen würden, keine Flüge mehr zu versichern, die die Ukraine überfliegen.
Demnach sollen die größten britischen Versicherer, bei denen andere internationale Unternehmen rückversichert sind, alle Flugzeugbesitzer weltweit offiziell informiert haben, dass der Versicherungsschutz für alle Flugzeuge in der Ukraine innerhalb von 48 Stunden, also ab Montagmittag, auslaufen soll. Besitzer von Privatmaschinen sollen gegenüber der Zeitung bestätigt haben, dass sie eine solche Mitteilung erhalten haben.
Pentagon (Symbolbild) - SNA, 1920, 12.02.2022
3000 US-Soldaten treffen nächste Woche in Polen ein – Pentagon
Zahlreiche Medienberichte über einen angeblich drohenden „russischen Einmarsch“ in die Ukraine haben laut einer der Quellen die Entscheidung beschleunigt, den Versicherungsschutz für Flüge über der Ukraine zu beenden. Laut einer anderen Quelle müssen die meisten Flugzeuge bald das Land verlassen, weil sie verleast seien.
Der Vorsitzende des ukrainischen Verbandes der Versicherer, Wjatscheslaw Tschernjachowski, gab an, dass er keine Informationen über eine solche Entscheidung der internationalen Versicherer erhalten habe. Wenn diese Entscheidung wirklich getroffen werden solle, würden keine Flugzeuge mehr über die Ukraine fliegen, sagte er gegenüber der Zeitung.
Viele westliche Länder haben dieser Tage ihre Bürger aufgefordert, die Ukraine zu verlassen, weitere kündigten die Evakuierung ihrer Botschaften an.
US-amerikanische Botschaft in Kiew, Ukraine - SNA, 1920, 13.02.2022
Auch amerikanische OSZE-Mitarbeiter sollen Ukraine verlassen
Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen haben sich in den vergangenen Monaten noch mehr angespannt. Washington und Brüssel werfen Moskau vor, „eine Invasion in die Ukraine“ vorzubereiten und russische Truppen an der Grenze zur Ukraine zusammenzuziehen. Vor diesem Hintergrund verstärkt das Atlantische Bündnis ihre Präsenz in der Nähe der russischen Grenzen. Am Samstag berichtete die US-Zeitschrift „Politico“ unter Berufung auf US-Präsident Joe Biden, dass der „physische Angriff“ Russlands auf die Ukraine am 16. Februar stattfinden könnte.
Ukrainische Soldaten in Tarnuniform. Übungsgelände Jaworowo bei Lwow, 28. Januar 2022 - SNA, 1920, 12.02.2022
Westliches Kriegsgerät für Kiew landet womöglich auf dem Schwarzmarkt – Russisches Außenamt
Russland weist alle Anschuldigungen des Westens zurück und verweist darauf, dass Kiew die Minsker Abkommen verletzte. So haben die ukrainischen Behörden die Hälfte des Personalbestandes der Armee an der Trennlinie im Donbass konzentriert und beschießen die Volksmiliz mit verbotenen Waffen. Der Kreml und das russische Außenministerium haben wiederholt betont, dass die Falschinformationen über eine „russische Aggression“ dem Ziel dienen, Nato-Truppen und -Ausrüstung an den russischen Grenzen aufzustocken.
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