„Liebe lässt sich nicht erzwingen“: Russland setzt auf Gegenseitigkeitsprinzip im Umgang mit Westen

© SNA / Vitaliy BeloysovMoskauer Kreml (Archivbild)
Moskauer Kreml (Archivbild) - SNA, 1920, 13.02.2022
Laut dem Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, ist Russland an der Zusammenarbeit mit allen Staaten, darunter auch mit den USA und europäischen Ländern, interessiert. Allerdings wird das Land nach Wegen der Zusammenarbeit nur dort suchen, wo beiderseitiges Interesse besteht.
Wie der Kremlsprecher gegenüber russischen Medien einräumte, ist Russland ein Land, das die Kooperation mit allen sucht.
„Wir sind an der Zusammenarbeit mit unseren europäischen Partnern interessiert. Wir sind an der Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten interessiert – sowohl im Handel als auch in der Wirtschaft, bei Investitionen und in Sicherheitsfragen“, sagte Peskow.
Aber Liebe lässt sich nicht erzwingen“, fuhr er fort. Von daher werde Russland nach Möglichkeiten suchen, die Zusammenarbeit dort auszuweiten, wo es Gegenseitigkeit sehe.
Dem russischen Kremlsprecher zufolge ist dies eine absolut gängige Praxis, wenn der Mangel an Kommunikation auf einer „Flanke“ durch Kommunikation auf einer anderen kompensiert werde.
„Und das passiert in allen Staaten, einschließlich Russland“, fügte Peskow hinzu.

Ausstehender Durchbruch bei Ukraine-Treffen in Berlin

Am Donnerstag haben sich in Berlin Vertreter Russlands, Deutschlands, Frankreichs und der Ukraine getroffen, um die Donbass-Frage zu verhandeln. Nach stundenlangen Verhandlungen wurde jedoch kein Durchbruch erzielt.
Laut dem russischen Unterhändler Dmitri Kosak sei dies auf die Weigerung der Ukraine zurückzuführen, bestimmte Punkte der Minsker Vereinbarungen zu erfüllen.
Die diplomatischen Bemühungen von Paris und Berlin hätten die Position Kiews nicht beeinflusst – sie zeigten aber Verständnis für die Position Russlands, so Kosak. „Aber das stößt vorerst auf totalen Widerstand der Ukraine.”
Zugleich beklagte der russische Vertreter, dass er seitens Berlins und Paris‘ keine Bereitschaft gesehen habe, Druck auf Kiew auszuüben.
Meinungsverschiedenheiten im Normandie-Format seien für die Umsetzung der Minsker Vereinbarungen verheerend.
„Ohne eine einheitliche Position im Normandie-Format wird es im Minsker Verhandlungsprozess keine Einigung geben. So gibt es seit acht Jahren keine.”
Russische Botschaft in Kiew  - SNA, 1920, 12.02.2022
Wegen eventueller Provokationen: Moskau optimiert Personalbestand seiner Außenstellen in der Ukraine

Ukraine-Frage

In den letzten Monaten haben sich die westlichen Staaten besorgt über die angeblich zunehmenden „aggressiven Aktivitäten“ seitens Russlands in der Ukraine gezeigt und drohen Moskau mit schwerwiegenden Sanktionen.
Moskau hingegen weist alle Vorwürfe zurück und betont, dass Russland seine Truppen innerhalb des eigenen Territoriums verlege. Der Kreml und das Außenministerium haben wiederholt darauf hingewiesen, dass das Ziel der Berichte über eine mögliche „russische Aggression“ darin bestehe, eine Gruppierung der Nato nahe der russischen Grenze aufzubauen.
Der Hauptgrund für die Eskalation in der Region sind aus Moskaus Sicht die Aktionen der USA und der Nato, welche Militärausbilder, Waffen und Ausrüstung in die Ukraine schicken, die Zahl der Militärübungen erhöhen und damit Kiew zu militärischen Abenteuern treiben würden. All diese Aktivitäten betrachtet Russland als rote Linien.
Die russische Seite erinnert auch daran, dass sie sich nicht am innerukrainischen Konflikt beteilige und keine Vereinbarungen verletze – im Gegensatz zu Kiew, das die Minsker Vereinbarungen nicht einhalte. Das Dokument sieht einen Waffenstillstand, den Abzug schwerer Waffen von der Kontaktlinie und eine Verfassungsreform in der Ukraine vor.
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