Müssen uns mit Russland vertragen: Rahr plädiert für Erhöhung russischer Gaslieferungen

© SNA / Alexej Witwitskij / Zur BilddatenbankDie Kompressorstation Sayda verbindet die Pipelinesysteme der Tschechischen Republik (Gazela-Pipeline) und Deutschlands.
Die Kompressorstation Sayda verbindet die Pipelinesysteme der Tschechischen Republik (Gazela-Pipeline) und Deutschlands.  - SNA, 1920, 13.02.2022
Mit Blick auf die von Deutschland verfolgte klimaneutrale Politik hat der Politologe und Russlandexperte Alexander Rahr auf die Notwendigkeit verwiesen, Verhandlungen mit Russland über die Erhöhung der Gaslieferungen aufzunehmen.
Da Deutschland 2022 völlig aus der Atomkraft und schrittweise aus der Kohle aussteige, so der Politologe, müssten die Kapazitäten mit Gas erweitert werden, unter anderem Gaskraftwerke, die auch auf Wasserstoff umgestellt würden.
In diesem Zusammenhang halte er mögliche Vereinbarungen mit Moskau für eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende in Deutschland.
„Russland bleibt aber unser Hauptlieferant von Gas. Also müssen wir uns mit Russland vertragen“, schreibt Rahr auf seiner Twitter-Seite.

Bedingung für größere Gaslieferungen aus Russland nach Europa

Anfang Februar hat der russische EU-Botschafter, Wladimir Tschischow, gegenüber SNA erklärt, eine Erweiterung der Gaslieferungen in europäische Länder sei bei einer entsprechenden Nachfrage möglich – „diese ist jedoch wegen der hohen Gaspreise nicht zu beobachten“.
„Für den Verkauf von Gas ist es notwendig, dass jemand im Voraus seine Bereitschaft meldet, Gas zu kaufen. Denn das durch eine Rohrleitung transportierte Gas kann nicht mehr zurückgepumpt werden“, sagte Tschischow. Dabei berechnen potentielle Käufer in Europa ihm zufolge die Kosten in Loko-Preisen und denken, dass es besser wäre, den heutigen Preisgipfel vorübergehen zu lassen. „Früher oder später werden die Preise sinken – niemand zweifelt daran“, so der EU-Botschafter weiter.
Ende Januar hatte Gazprom Angaben des ukrainischen GTS-Betreibers und des slowakischen GTS-Betreibers Eustream zufolge den Gastransit durch die Ukraine nach Europa um etwa ein Viertel erhöht.
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