Bewaffnete entführen sechs UN-Mitarbeiter im Südjemen

© AFP 2022 / AFPKämpfer einer Regierungsmiliz in der jemenitischen Provinz Hajjah am 4. Februar 2022.
Kämpfer einer Regierungsmiliz in der jemenitischen Provinz Hajjah am 4. Februar 2022.  - SNA, 1920, 13.02.2022
Sechs UN-Mitarbeiter sind im Südjemen von bewaffneten Männern entführt worden. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Yemen Press Agency unter Berufung auf lokale Quellen.
Demnach erfolgte die Entführung am Freitag auf der Straße Mudiyah – al-Khadyra in der Provinz Abyan. Sechs UN-Mitarbeiter, darunter ein Bulgare und fünf Jemeniten, sollen von nicht identifizierten Bewaffneten gekidnappt und mit einem Auto an einen unbekannten Ort gebracht worden sein. Die Straße würde von dem sogenannten Südübergangsrat (STC) kontrolliert, der von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt würde.
Später bestätigte das UN-Büro in Aden die Entführung. Allerdings sprach der leitende Kommunikationsberater des Humanitären UN-Koordinators für den Jemen, Russell Geekie, von fünf Entführten. „Die UN-Mitarbeiter waren auf dem Rückweg nach Aden, nachdem sie eine Feldmission abgeschlossen hatten“, zitiert die Nachrichtenagentur Xinhua den Beamten.
Die Nachrichtenagentur AP berichtete unter Verweis auf lokale Stammesführer, dass die mutmaßlichen Entführer ein Lösegeld und die Freilassung einiger militanter Kämpfer gefordert hätten, die von der international anerkannten Regierung inhaftiert wurden. Die Stammesführer sollen mit den Entführern verhandeln, um die Freilassung der UN-Mitarbeiter zu erreichen.
Die Hilfsorganisation International Rescue Committee (IRC) hatte Anfang Februar 2021 seine humanitären Aktivitäten in Abyan ausgesetzt, nachdem zwei ihrer Fahrzeuge von unbekannten Bewaffneten im Bezirk Lawdar geplündert worden waren.
Drohne (Symbolbild) - SNA, 1920, 27.01.2022
Nach Angriff auf Öl-Förderanlage: Vereinigte Arabische Emirate verbieten Drohnen-Betrieb
Seit August 2014 dauert im Jemen ein Bürgerkrieg zwischen den Huthi-Rebellen, die weite Gebiete im Westen des Landes inklusive der Hauptstadt Sanaa eroberten, und der international anerkannten Regierung an. Die Huthi kämpfen gegen eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition, zu der auch die Vereinigten Arabischen Emirate gehören.
Zu den vielen destabilisierenden Kräften im Lande gehören militante islamistische Gruppen wie „Islamischer Staat“ (auch IS; Daesh)* oder Al-Kaida**, die in der Vergangenheit Anschläge verübt haben, unter anderem im Süden des Landes.
*eine Terroroperation, in Russland und Deutschland verboten
**Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Belarus) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
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