Putin und Biden telefonieren wegen Ukraine-Krise – Macron spricht mit Scholz

© SNA / Alexej Nikolski / Zur BilddatenbankRusslands Präsident Wladimir Putin (Archiv)
Russlands Präsident Wladimir Putin (Archiv) - SNA, 1920, 12.02.2022
Der russische Präsident Wladimir Putin und sein Amtskollege Joe Biden haben am Samstag ein langes Telefongespräch geführt. Dabei sind Themen wie die Ukraine-Krise, die US-Sanktionen gegen Moskau und die Geschichte der Beziehungen USA-UdSSR erörtert worden.
Das Gespräch habe etwas mehr als eine Stunde gedauert und sei ausgewogen und sachlich verlaufen, teilte Putins Berater Juri Uschakow gegenüber Reportern mit.
Biden erwähnte beim Gespräch mögliche antirussische Sanktionen im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise, aber es wurde kein Nachdruck auf dieses Thema gelegt, so Uschakow weiter.
Putin habe seinerseits daran erinnert, dass die UdSSR und die USA während des Kalten Krieges Gegner und in den 1990er Jahren Freunde gewesen seien. „Aber selbst dann waren die USA und die Nato weit davon entfernt, Russland gegenüber konstruktiv zu sein. Schließlich begann damals die praktische Ausweitung des Tätigkeitsbereichs der Nato, damals wurden neue Mitglieder aufgenommen und das Bündnis näherte sich den russischen Grenzen“, erklärte der Berater.
„Putin hat auch an die Geschichte der Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten, der Nato und Russland erinnert – was letztendlich zur aktuellen Krisensituation geführt hat“, sagte Uschakow.
Die amerikanische Seite hatte zuvor um ein Telefongespräch mit Putin gebeten und dabei die Möglichkeit einer russischen „Invasion“ in die Ukraine angeführt, hieß es.

Macron spricht mit Scholz

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron telefonierte laut Élyséekreisen zudem am Samstagnachmittag mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), nachdem Macron zuvor ebenfalls mit Putin gesprochen hatte. Der französische Staatschef wollte danach am Abend sowohl mit Biden als auch mit dem ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenski über den Konflikt sprechen.
Auch US-Außenminister Antony Blinken und US-Verteidigungsminister Lloyd Austin telefonierten am Samstag in separaten Gesprächen mit ihren jeweiligen Amtskollegen in Russland.
Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen haben sich in den vergangenen Monaten noch mehr angespannt. Washington und Brüssel werfen Moskau vor, „eine Invasion in die Ukraine“ vorzubereiten und russische Truppen an der Grenze zur Ukraine zusammenzuziehen. Russland weist alle Anschuldigungen des Westens zurück und verweist darauf, dass Kiew die Minsker Abkommen verletze. Es wurde zudem betont, dass der Hauptgrund für die Eskalation die Handlungen der USA und der Nato seien, die die Ukraine mit Waffen „vollpumpen“ und damit zu militärischen Abenteuern anstiften.
US-Präsident Joe Biden während seiner Pressekonferenz im Weißen Haus  - SNA, 1920, 12.02.2022
US-Geheimdienst alarmiert: Biden nennt mögliches Datum für russischen Einmarsch in die Ukraine
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала