Wegen eventueller Provokationen: Moskau optimiert Personalbestand seiner Außenstellen in der Ukraine

© SNA / Stringer / Zur BilddatenbankRussische Botschaft in Kiew
Russische Botschaft in Kiew  - SNA, 1920, 12.02.2022
Russland will die personelle Zusammensetzung seiner Einrichtungen in der Ukraine aus Besorgnis über eventuelle Provokationen optimieren, heißt es in der Antwort der amtlichen Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, auf eine Medienanfrage.
Die Sprecherin verwies darauf, dass westliche Zeitungen vor knapp einem Monat zu schreiben anfingen, dass Moskau seine Diplomaten aus der Ukraine evakuiere. Das Ziel derartiger Falschinformationen sei es gewesen, eine Informationsdeckung für den Beginn der Evakuierung diplomatischer Missionen der USA, von Großbritannien, Australien, Kanada und anderen Ländern zu schaffen.
Mit Blick auf die Einflussnahme Washingtons und Londons in Kiew könne man zu dem Schluss gelangen, dass die Amerikaner und die Briten höchstwahrscheinlich um gewisse Gewaltaktionen wüssten, die in der Ukraine vorbereitet würden, so Sacharowa.
„In dieser Situation haben wir aus Besorgnis über mögliche Provokationen des Regimes von Kiew oder dritter Länder tatsächlich die Entscheidung getroffen, den Personalbestand der russischen Außenstellen in der Ukraine etwas zu optimieren. Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass unsere Botschaften und Konsulate ihren Hauptfunktionen weiter nachkommen“, betonte Sacharowa.
Viele westliche Länder haben dieser Tage ihre Bürger aufgefordert, die Ukraine zu verlassen, weitere kündigten die Evakuierung ihrer Botschaften an. Angesichts dessen hat der russische Außenminister Sergej Lawrow nicht ausgeschlossen, dass Moskau den Nebenangestellten seiner diplomatischen Einrichtungen empfehlen wird, nach Russland zurückzufahren.
Maria Sacharowa, amtliche Sprecherin des russischen Außenministeriums (Archiv) - SNA, 1920, 12.02.2022
Ukraine: Westen weiß „offenbar von in Vorbereitung befindlichen Machtaktionen“ – Russland
Bei der russischen Botschaft in Kiew wurde gegenüber SNA mitgeteilt, dass man den Stellenplan optimiere und wie gewohnt weiter arbeite.
Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen haben sich in den vergangenen Monaten noch mehr angespannt. Washington und Brüssel werfen Moskau vor, „eine Invasion in die Ukraine“ vorzubereiten und russische Truppen an der Grenze zu Ukraine zusammenzuziehen. So hat US-Präsident Joe Biden gegenüber seinen westlichen Amtskollegen in der Nacht zum Samstag erklärt, dass der physische Angriff auf die Ukraine am 16. Februar beginne und dass dieser Attacke Raketenangriffe und Cyberattacken vorausgehen könnten. Die Gesprächspartner des Präsidenten nahmen die diesbezüglichen Angaben der US-Aufklärung skeptisch auf, wie die Zeitung „Politico“ schreibt.
Vor diesem Hintergrund verstärkt die Nordatlantische Allianz ihre Präsenz in der Nähe der russischen Grenzen. Erst am Freitag wurde bekannt, dass die USA zusätzlich 3000 Soldaten nach Polen verlegen wollen und bereits vier Zerstörer nach Europa geschickt haben.
Russland weist alle Anschuldigungen des Westens zurück und verweist darauf, dass Kiew die Minsker Abkommen verletzte. So haben die ukrainischen Behörden die Hälfte des Personalbestandes der Armee an der Trennlinie im Donbass konzentriert und beschießen die Volkswehr mit verbotenen Waffen. Der Kreml und das russische Außenministerium haben wiederholt betont, dass die Falschinformationen über eine „russische Aggression“ dem Ziel dienen, fremde Truppen vor den russischen Grenzen aufzustocken. Es wurde betont, dass der Hauptgrund für die Eskalation die Handlungen der USA und der Nato sind, die die Ukraine mit Waffen „vollpumpen“ und damit zu militärischen Abenteuern anstiften.
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