Unglaublicher Fund in England: Dutzende enthauptete Skelette aus der Römerzeit ausgegraben

CC0 / HarryFabel/Pixabay / Ausgegrabene Überreste (Symbolbild)
Ausgegrabene Überreste (Symbolbild) - SNA, 1920, 11.02.2022
Bei Ausgrabungen in einer kleinen antiken römischen Stadt in England sind Archäologen auf 40 enthauptete Skelette gestoßen, bei denen es sich wahrscheinlich um hingerichtete Verbrecher handelt. Eine entsprechende Studie erschien im Newsletter „Live Science“
Den Forschern zufolge wurden viele dieser enthaupteten Personen in Gräbern beigesetzt, in denen ihre abgetrennten Köpfe zwischen den Beinen oder an ihren Füßen lagen.
Insgesamt entdeckten die Archäologen die Überreste von rund 425 Personen in der Stadt, die sich in der Nähe des Dorfes Fleet Marston in Buckinghamshire, England, befindet. Die Forscher entdeckten die Stätte, als sie die Trasse der geplanten Hochgeschwindigkeitsbahn HS2 untersuchten. Außer den Skeletten fand das Team rund 1200 Münzen sowie Keramik, Besteck, Spielwürfel, Glocken und Bleigewichte. Die Forscher gehen davon aus, dass die Stadt höchstwahrscheinlich ein Handelszentrum für die Region war.
Bestattungen von Enthaupteten seien in der römischen Kultur, insbesondere im römischen Britannien, nichts Unbekanntes. Aber sie seien ungewöhnlich, und die Zahl der enthaupteten Leichen am Fundort Fleet Marston sei ungewöhnlich hoch, so die Forscher.
Es gibt mehrere archäologische Theorien darüber, warum einige römische Leichen enthauptet wurden.
"In den letzten 30 Jahren haben die meisten (Archäologen) dazu tendiert, die Enthauptung als eine Art rituelle Praxis zu betrachten", erklärte Rob Wiseman, ein Archäologe an der Universität Cambridge, der nicht an der Entdeckung beteiligt gewesen war, in einer E-Mail an „Live Science“. "Obwohl der Zweck (dieses Rituals) unklar bleibt."
Wiseman glaubt jedoch, dass diese Art von Enthauptungen eher das Ergebnis von Hinrichtungen gewesen sei, und veröffentlichte 2021 eine Studie, die diese Theorie stützt.
„Die Enthauptung war eine der vier wichtigsten Hinrichtungsmethoden, die durch das römische Recht sanktioniert wurden”, und es werde angenommen, dass sie bei den Gesetzgebern im römischen Britannien beliebt gewesen sei, so Wiseman.
Im Allgemeinen können die Archäologen nicht feststellen, ob die enthaupteten Personen vor oder nach dem Tod geköpft worden seien und wie sie gestorben seien, so Wiseman. Aber einige gut erhaltene Skelette würden Hinweise darauf geben, dass Menschen von hinten mit einer sehr scharfen Klinge geschlagen worden seien, fügte er hinzu.
Eines der überraschendsten Details dieser neu entdeckten Bestattungsstätten sei, dass sich die Gräber, abgesehen von den abgetrennten Köpfen, nicht von denen mit völlig unversehrten Personen unterscheiden würden.
„Sie sind mit üblichen Grabbeigaben bestattet, manchmal in Särgen, und mit anderen Leichen auf Friedhöfen vermischt“, so Wiseman. „Es gibt keine Anzeichen für soziale Ächtung oder schändliche Behandlung.“
Die Überreste enthaupteter Verbrecher wurden wahrscheinlich auch an Familienangehörige zurückgegeben.

„Das römische Recht sah vor, dass die Leichname hingerichteter Verbrecher Familie oder Freunden zur Bestattung übergeben werden konnte", so Wiseman. „Und die Familien haben ihren Angehörigen vermutlich eher ein normales Begräbnis zukommen lassen.“

Um die Platzierung der abgetrennten Köpfe in diesen Gräbern zu erklären, schlug Wiseman vor, dass die Verwandten den Kopf wahrscheinlich neben dem Rest des Körpers begraben wollten, um sicherzustellen, dass die Seele in die Unterwelt hinabsteigt und nicht in der Nähe des Leichnams verweilt, um die Lebenden heimzusuchen.
Sie könnten aber auch befürchtet haben, dass der Leichnam sich selbst wieder zusammensetzen und aus dem Grab auferstehen könnte, was erklären würde, warum der Kopf weit weg vom Hals platziert worden sei, fügte er hinzu.
Kreuzigung (Symbolbild) - SNA, 1920, 09.12.2021
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Die ungewöhnlich hohe Anzahl enthaupteter Skelette, die in Fleet Marston entdeckt wurden, könnte mehr Licht auf die unbekannten Ursprünge der Bestattungen von Enthaupteten werfen, so Wiseman. Ihm zufolge biete der Fund eine seltene Möglichkeit, die Beziehung zwischen diesen und gewöhnlichen Bestattungen im Detail zu untersuchen.
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