Bericht: EU will Russland in graue Liste der Steueroasen aufnehmen

© SNA / Wladimir SergejewFlagge Russlands und der EU
Flagge Russlands und der EU - SNA, 1920, 11.02.2022
Die EU wird Russland voraussichtlich auf die sogenannte graue Liste der Steueroasen setzen,berichtet die englischsprachige Onlinezeitung „EU Observer“.
Die in der grauen Liste (Dokument über den Stand der Zusammenarbeit) aufgeführten Länder haben laut Europäischem Rat „noch nicht alle internationalen Steuerstandards erfüllt, aber Reformen zugesagt“, die Umsetzung dieser Verpflichtungen wird durch die EU überwacht.

Laut einem der Zeitung vorliegendem Entwurf der Liste soll diese bald von 15 auf 25 Gerichtsbarkeiten anwachsen. Neben Russland sollen beispielsweise die Bermudas, die Britischen Jungferninseln und Israel in die Liste aufgenommen werden. Am 24. Februar soll der Entwurf von EU-Ministern verabschiedet werden.

Die Sprecherin des internationalen Verbundes verschiedener Hilfs- und Entwicklungsorganisationen „Oxfam“, Chiara Putaturo, äußerte gegenüber der Onlinezeitung, dass die Erweiterung der Liste mit einer Überarbeitung der EU-Kriterien zusammenhänge.
Es gebe noch andere Steueroasen, die in die Liste aufgenommen werden sollten, jedoch seien die EU-Kriterien „weiterhin schwach“.
EU-Außenbeauftragter Josep Borrell bei einem Treffen der EU-Außenminister. Brest, Westfrankreich, 14. Januar 2022 - SNA, 1920, 07.02.2022
Energie als Waffe „im geopolitischen Spiel“ – EU-Chefdiplomat richtet Vorwurf an Russland
Die graue Liste wird zusammen mit einer sogenannten schwarzen Liste (EU-Liste nicht kooperativer Länder und Gebiete) veröffentlicht, in der Nicht-EU-Länder aufgeführt werden, die missbräuchliche Steuerpraktiken fördern. Gegen sie werden EU-Sanktionen verhängt. Die Liste soll die Bemühungen zur Vermeidung von Steuerhinterziehung fördern und wird in diesem Monat voraussichtlich unverändert bleiben.
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