„Deutschland unterbreitet nicht genug Hilfe“ – kurdische Autonomieverwaltung in Syrien

© AP Photo / Aamaq News Agency via APEin IS-Terrorkämpfer in Syrien (Archivfoto)
Ein IS-Terrorkämpfer in Syrien (Archivfoto) - SNA, 1920, 11.02.2022
Nach dem blutigen Überfall der Terrormiliz Islamischer Staat (IS)* auf ein Gefängnis im Nordosten Syriens hat die kurdische Autonomieverwaltung von Deutschland mehr Unterstützung im Kampf gegen Extremisten gefordert.
Der IS überfiel vergangenen Monat ein Gefängnis in der Stadt Al-Hassaka, mehrere hundert Menschen kamen ums Leben. Eine Vertreterin des Militärrats der von Kurden angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) bezog gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (DPA) Stellung.

In den Haftanstalten im Norden des Landes säßen noch Dutzende Deutsche, so die Kommandeurin. Dabei handle es sich um IS-Anhänger und Kämpfer sowie um deren Familien und Kinder.

„Deutschland unterbreitet unserer Region nicht genug Hilfe, vor allem in Bezug auf die Angriffe, denen wir ausgesetzt sind“, sagte die Vertreterin.
Sie kritisierte, dass die deutsche Regierung keine eindeutig klare Sichtweise habe. Nach dem Angriff hätten viele Länder erneut realisiert, wie gefährlich der IS sei. Einige von ihnen hätten erklärt, die IS-Anhänger stellten keine Gefahr für sie dar, solange sie in syrischen Gefängnissen säßen. Dies sei jedoch eine fragwürdige Herangehensweise, da die Terrormiliz eine große Gefahr darstelle.
Nach dem Angriff auf das Gefängnis berichtete das UN-Kinderhilfswerk Unicef von fast 850 inhaftierten Kindern von IS-Anhängern.
Kriegsgerät in Syrien (Archivfoto) - SNA, 1920, 30.01.2022
Nach Angriff auf Gefängnis in Syrien – 200 IS-Anhänger geflohen
Der IS hatte im vergangenen Monat ein Gefängnis in der Stadt Al-Hassaka überfallen, um inhaftierte Anhänger zu befreien. Bei dem Angriff handelte es sich um einen der größten Angriffe der Terrormiliz in Syrien seit Jahren, mehr als 330 Personen kamen ums Leben.

Deutschland holte mehrfach deutsche IS-Anhängerinnen und ihre Kinder aus Syrien zurück. Die Kurden fordern seit langem eine Rückholung von ehemaligen IS-Kämpfern. Das Auswärtige Amt verwies mehrfach auf Schwierigkeiten, Deutschland habe in Syrien keine diplomatischen Kontakte und auch keine konsularische Vertretung.
Der Nordosten des Landes wird nicht von der Regierung in Damaskus, sondern von einer kurdischen Autonomieverwaltung regiert.
*Terrororganisation mit Betätigungsverbot in Russland und Deutschland
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