Ukraine-Krise: Ungarn will keine Nato-Truppen auf seinem Boden

© AP Photo / Kenzo TribouillardUngarns Regierungschef Viktor Orban
Ungarns Regierungschef Viktor Orban - SNA, 1920, 10.02.2022
Das EU- und Nato-Land Ungarn wünscht angesichts des russischen Truppenaufmarsches an der ukrainischen Grenze keine Nato-Truppen auf seinem Boden.
„Wir brauchen keine zusätzlichen Truppen auf dem Staatsgebiet Ungarns“, sagte der ungarische Außenminister Péter Szíjjártó am Mittwochabend dem europäischen Nachrichtensender Euronews. Ungarn grenzt im Osten unmittelbar an die Ukraine.

Ungarn kann sich selbst beschützen

Einer Verlegung von Nato-Truppen nach Ungarn stimme sein Land nicht zu, führte Szíjjártó weiter aus. Grund dafür sei, dass „es bereits Nato-Truppen in dem Land gibt, nämlich die ungarische Armee“. Diese sei „in der geeigneten Verfassung“, um die Sicherheit des Landes zu garantieren. Der Außenminister sprach sich zudem gegen weitere Sanktionen gegen Russland aus, weil diese „nicht wirken“ würden.
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán pflegt ein freundschaftliches Verhältnis zu Russland und seinem Präsidenten Wladimir Putin. Erst letzte Woche hatte Orbán ihm einen Besuch abgestattet. Dabei ging es primär um russische Gaslieferungen.
Russlands Präsident Wladimir Putin  - SNA, 1920, 10.02.2022
„Kenne nicht das Kalkül von Präsident Putin, aber…“ – Deutschlands Topdiplomat bei OSZE Exklusiv
Zugleich wollte Orbán seinen Besuch in Moskau als „Friedensmission“ verstanden wissen. Inwiefern dieser zu einer Entspannung der Lage um die Ukraine beigetragen haben soll, wurde allerdings nicht klar. Orbán regiert seit fast zwölf Jahren in Ungarn. In der EU steht er in der Kritik, weil er in seinem Land Demokratie und Rechtsstaatlichkeit abgebaut haben soll.
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