Großbritannien erklärt sich bereit zu zusätzlicher Stationierung von Truppen in Osteuropa

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Britische Flagge (Symbolbild) - SNA, 1920, 10.02.2022
Das Vereinigte Königreich wird zusätzliche Truppen nach Ost- und Südeuropa entsenden, um seine Verbündeten zu unterstützen und Russland zu beweisen, dass die Nato nicht wackelig ist. Das erklärte der britische Verteidigungsminister Ben Wallace am Donnerstag.
„Es geht eigentlich darum, Präsident Putin zu sagen: ,Die Nato ist nicht wackelig. Die Nato wird zu ihren Mitgliedern stehen, ob groß oder klein’“, sagte Wallace gegenüber der Sendung „Today“ von BBC Radio 4.
Dem Kabinettsminister zufolge wolle man einen Dialog und einen Weg durch dieses Problem. Jedoch stationiere Russland über die Hälfte seiner Kampftruppen an den Grenzen zur Ukraine und Belarus, und man werde es nicht zulassen, dass die Nato ihre Mitgliedsstaaten nicht verteidige, so der Politiker.
Wallace sagte, die Truppen könnten in jedem Nato-Land landen, in dem eine Invasion in die Ukraine Folgen haben würde, einschließlich der baltischen Staaten, Polens, Rumäniens und der nordischen Länder.
„Sollte Russland in die Ukraine einmarschieren, ist, denke ich, mit sehr großen Flüchtlingsströmen zu rechnen, und das an sich könnte für kleine und mittlere Staaten sehr destabilisierend sein“, sagte er.
Wallace fügte hinzu, dass der Abbau der Spannungen mit Russland im Zusammenhang mit der Ukraine „nur langsam“ vorankomme.
Auch Premierminister Boris Johnson sagte am Donnerstag im Nato-Hauptquartier in Brüssel, dass das Vereinigte Königreich in seinem Engagement für die europäische Sicherheit unerschütterlich bleibe.

„Als Bündnis müssen wir klare Linien ziehen und deutlich machen, dass es Grundsätze gibt, bei denen wir keine Kompromisse eingehen werden“, zitiert Reuters den Premierminister.

„Dazu gehört die Sicherheit jedes Nato-Verbündeten und das Recht jeder europäischen Demokratie, eine Nato-Mitgliedschaft anzustreben.“
Russlands Außenminister Sergej Lawrow betonte seinerseits bei einem Treffen mit der britischen Amtskollegin Liz Truss in Moskau, dass „Ultimaten, Drohungen und Moralpredigten“ gegenüber Russland ein Weg nach Nirgendwo seien. Er bezeichnete die Verhandlungen als „Gespräch eines Stummen mit einem Tauben“ und unterstrich, dass die Einigung nur durch einen Dialog möglich sei.
Moskau nimmt die Situation um die Ukraine als besorgniserregend wahr. Seit mehreren Monaten stellt Russland fest, dass Kiew schwere Waffen und Kräfte an der Kontaktlinie im Donbass konzentriert. Moskau schließt nicht aus, dass die ukrainische Regierung Pläne zur gewaltsamen Lösung des Konflikts im Südosten des Landes schmiedet, während die westlichen Länder darüber hinwegsehen und weiterhin Waffen an die Ukraine liefern und Militärausbilder schicken.
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Außenministerin Baerbock besucht Frontlinie in Ostukraine: Lage ist „hochdramatisch“
Darüber hinaus blockiert Kiew die Arbeit in der Minsker Kontaktgruppe, verweigert den direkten Dialog mit den selbsterklärten Volksrepubliken Donezk und Lugansk und arbeitet an Gesetzen, die in direktem Widerspruch zu den Minsker Vereinbarungen stehen.
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