Energiepreis-Krise: 62 Prozent der Deutschen fürchten finanzielle Belastung

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Strom (Symbolbild) - SNA, 1920, 10.02.2022
Eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale-Bundesverbands hat ergeben, dass gut sechs von zehn Personen in Deutschland fürchten, dass sie die Energiepreis-Krise in Zukunft finanziell belasten wird.
62 Prozent der Verbraucher in Deutschland fürchten demnach finanzielle Belastungen durch die hohen Energiepreise. Die deutliche Mehrheit der Befragten (71 Prozent) sprachen sich gegen Strom- oder Gassperren für zahlungsunfähige Kunden aus. Die Bundesregierung solle dieses Verfahren vorübergehend aussetzen. Nur 36 Prozent der Verbraucher gaben an, keine persönliche finanzielle Belastung zu befürchten.

„Der Preisschock am Energiemarkt beschäftigt viele Verbraucherinnen und Verbraucher. Auch wenn sie selbst vielleicht nicht von Kündigungen betroffen sind, fürchten sich viele vor finanziellen Auswirkungen der Energiepreis-Krise“, so Thomas Engelke, Teamleiter Energie und Bauen des Bundesverbands.

Der Verbraucherzentrale-Bundesverband forderte staatliche Maßnahmen, um den Verbraucherschutz auf dem Energiemarkt krisensicherer zu gestalten.
Strom (Symbolbild) - SNA, 1920, 11.01.2022
Der Anstieg der Energiepreise betrifft vor allem einkommensschwache Haushalte – Experten

„Gefragt sind Maßnahmen, die die Geldbeutel der Menschen schnell entlasten. Zum Beispiel sollten das Klimageld kurzfristig eingeführt, die Strompreise für private Haushalte gesenkt und Mieterinnen und Mieter beim CO2-Preis entlastet werden“, forderte Engelke.

Verbraucher müssten auch besser vor Vertragsbrüchen der Energieanbieter geschützt werden.
Gesetzliche Mindeststandards würden die Transparenz der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Unternehmen fördern. Das würde auch die Aufsichtsbehörden stärken. Zudem sei es notwendig, einen Tarif in der Ersatzversorgung festzulegen, der dem der Grundversorgung entspreche.

„Unterschiedliche Tarife in der Grundversorgung würden sich negativ auf die Wechselbereitschaft der Verbraucherinnen und Verbraucher auswirken. Und das wäre nicht im Sinne eines liberalisierten Energiemarktes“, so der Vertreter des Verbraucherzentrale-Bundesverbands.
Die Verbraucherpreise für Haushaltsenergie steigen drastisch. So verdoppelte sich beispielsweise der Preis für Heizöl innerhalb eines Jahres (Preiszuwachs von 101,9 Prozent zwischen November 2020 und November letzten Jahres). Auch die Preise für Erdgas (Preiserhöhung von 9,6 Prozent) und Strom (Preissteigerung von 3,1 Prozent) stiegen. Laut Statistischem Bundesamt trifft der Preisanstieg vor allem einkommensschwache Haushalte.
Gründe für den Anstieg seien laut Bundesregierung vor allem die niedrigen Energiepreise im November 2020 und die Anfang 2021 eingeführte CO2-Abgabe.
Die geplante Energiewende könnte mehreren Experten zufolge zu einem weiteren Preisanstieg führen. Das Problem seien nicht nur die steigenden Rohstoffpreise und deren Knappheit, sondern auch, dass neue umweltpolitische Vorgaben die künftige Produktion von Rohstoffen auf Dauer erschweren könnten.
Die Spannung um die Ukraine und die Aussetzung der Zertifizierung der Gaspipeline Nord Stream 2 wirkten sich ebenfalls auf Engpässe bei der Gas-Lieferung aus.
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