Zahl der Abschiebungen 2021 relativ niedrig – Bundesinnenministerium

© AP Photo / Markus Schreiber Deutschland Migranten
 Deutschland Migranten - SNA, 1920, 09.02.2022
Im letzten Jahr hat Deutschland deutlich weniger Menschen abgeschoben, als in den Jahren vor der Corona-Pandemie. Das Bundesinnenministerium übermittelte der Deutschen Presse-Agentur (DPA) auf Anfrage statistische Daten zu den Abschiebungen.
Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden laut Bundesinnenministerium weniger Menschen abgeschoben, im vergangenen Jahr waren es insgesamt 11.982 Personen. 2020 betrug die Zahl 10.800. Starke Einschränkungen im internationalen Reiseverkehr seien mitverantwortlich. 2019 kam es noch zu 22.100 Abschiebungen.
Entwicklung der Asylantragszahlen in Deutschland

Die Zahl der Asylantragstellungen hierzulande ist starken Schwankungen unterworfen, die Ausdruck der Entwicklung der weltweiten Fluchtbewegungen sind. Nachdem 2016 mit rund 745.000 Asylanträgen in Deutschland der bislang höchste Stand verzeichnet worden war, sanken die Antragszahlen in den Folgejahren stetig von rund 220.000 im Jahr 2017 auf zuletzt rund 122.000 im Jahr 2020, wobei die 2020er-Zahlen unter den Bedingungen der Corona-Pandemie zu sehen sind. Dies geht aus dem Jahresbericht des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hervor, der im Oktober 2021 veröffentlicht worden ist.

Im vergangenen Jahr seien die meisten Ausreisen per Flugzeug nach Georgien und Albanien gegangen. Nach Georgien wurden 1116 Personen ausgeflogen, nach Albanien 908 Menschen.
Deutschland habe 2021 jeweils rund 400 Abschiebungen in die Türkei oder den Kosovo organisiert.
470 aus Syrien stammende Ausreisepflichtige seien abgeschoben worden, allerdings nicht nach Syrien.
Außenministerin Annalena Baerbock - SNA, 1920, 10.01.2022
Verteilmechanismus für Geflüchtete: Baerbock stärkt Italien bei Migration den Rücken
Einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion zufolge komme eine Rückkehr syrischer Staatsbürger in ihr Herkunftsland nur auf freiwilliger Basis infrage.
Im Koalitionsvertrag von SPD, FDP und Grünen wurde festgelegt, „Ausreisen konsequenter umzusetzen“. Vor allem Abschiebungen von „Straftätern und Gefährdern“ sollen vorgenommen werden. Ferner sollen Migrationsabkommen mit wichtigen Herkunftsländern vereinbart werden, es ist der Einsatz eines Sonderbevollmächtigten geplant. Eine Einigung darüber, in welchem Ministerium dieser neue Posten angesiedelt sein und wer diese Funktion bekleiden soll, wurde bislang noch nicht erzielt.
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