Krankenhäuser fordern Abbau der Maßnahmen für Zeit nach Omikron

© AP Photo / Martin BaumannKrankenhaus in Bratislava, Slowakei
Krankenhaus in Bratislava, Slowakei - SNA, 1920, 09.02.2022
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft rechnet nicht mehr mit einer Überlastung des Gesundheitssystems durch die sogenannte Omikron-Welle. Das berichtete die „Tagesschau“ am Mittwoch. Rufe nach Öffnungen und Lockerungen werden immer lauter.
„Ich rechne aktuell für die kommenden Wochen nicht mehr mit einer Überlastung des deutschen Gesundheitswesens“, sagte Gerald Gaß, Vorstandschef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Die DKG ist der Dachverband von Spitzen- und Landesverbänden der Krankenhausträger. Gaß geht laut ARD-„Tagesschau“ vom Mittwoch davon aus, dass Deutschlands Kliniken die „Omikron-Welle“ gut bewältigen.
Die aktuellen Corona-Maßnahmen hätten deutlich dazu beigetragen, dass die „Welle“ weniger hoch gewesen sei als befürchtet, sagte er. Er empfahl der Bundesregierung, nach dem zu erwartenden Omikron-Höhepunkt in ein bis zwei Wochen „schrittweise Lockerungen ins Auge zu fassen“.
Damit bekomme die Debatte um Lockerungen neuen Aufwind, so der Bericht. Dabei stünden vor allem Kinder im Fokus. Aktuell seien in den Praxen zwar mehr Corona-Patienten, aber die Verläufe seien deutlich milder. Der Deutsche Hausärzteverband schloss sich den Forderungen nach einem konkreten Öffnungsplan an.

„Die Politik muss bereits jetzt ein Konzept entwickeln, wie die Öffnungsschritte konkret aussehen sollen“, sagte der Bundesvorsitzende Ulrich Weigeldt.

Eine Krankenschwester bereitet eine Impfung mit dem Impfstoff gegen die Coronavirus-Krankheit (COVID-19) von Pfizer-BioNTech im Impfzentrum im Humboldt-Forum in Berlin vor, Deutschland, am 19. Januar 2022. - SNA, 1920, 05.02.2022
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Was nicht passieren dürfe, sei, „dass hektisch uneinheitliche und nicht durchdachte Lockerungsmaßnahmen beschlossen werden“, betonte der Chef der Hausärzte.
Der FDP-Fraktionschef im Bundestag, Christian Dürr, forderte, sobald die Gefahr der Überlastung des Gesundheitssystems nicht mehr bestehe, müssten Einschränkungen zurückgenommen werden. „Deshalb sprechen wir auch bereits jetzt über konkrete Öffnungsperspektiven“, kündigte der Politiker an. Die nächste Ministerpräsidentenkonferenz am 16. Februar solle dazu erste Beschlüsse fassen.
Dagegen warnte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) davor, Bildungseinrichtungen verfrüht zu öffnen. „Schulen sind keine Inseln, Infektionen werden in die Einrichtungen getragen und verbreiten sich auch hier“, gab die GEW-Vorsitzende Maike Finnern zu bedenken.
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