Lindner erhöht den Druck auf RKI-Chef Wieler: Vorgehen „außerordentlich unglücklich“

© REUTERS / POOLBundesfinanzminister Christian Lindner
Bundesfinanzminister Christian Lindner - SNA, 1920, 08.02.2022
Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner sieht das Verkürzen des Genesenen-Status durch das RKI mit großem Zweifel. Das Vorgehen von RKI-Chef Wieler kritisiert er dabei scharf.
Der Christian Lindner hat Kritik aus seiner Partei am Beschluss des Robert-Koch-Instituts (RKI) zur Verkürzung des Genesenen-Status bekräftigt und den Druck auf RKI-Chef Lothar Wieler erhöht. Er habe „große Zweifel“ an dieser – ebenso unangekündigten wie überraschenden – Entscheidung, sagte Lindner am Montagabend in der Sendung „RTL Direkt“: „Die fachliche und die Kommunikationsentscheidung lag in den Händen von Herrn Wieler und ich glaube, man darf sagen, dass das außerordentlich unglücklich war.“ Es sei aber Sache von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), ihm das Vertrauen auszusprechen, betonte Lindner.

Djir-Sarai: Wielers Verfehlung „kein Einzelfall“

© REUTERS / POOLDer Präsident des Robert Koch-Instituts Lothar Wieler
Der Präsident des Robert Koch-Instituts Lothar Wieler - SNA, 1920, 08.02.2022
Der Präsident des Robert Koch-Instituts Lothar Wieler
Der Politiker bezog sich darauf, dass das RKI den Genesenen-Status mit Wirkung vom 15. Januar unerwartet von sechs auf drei Monate verkürzt hatte. Viele Bürger verloren damit quasi über Nacht ihr Recht, in Restaurants, Bars oder in Fitnessstudios zu gehen. Dass das RKI die Frist festlegt, sieht eine neue Verordnung zwar so vor – der Zeitpunkt kam aber überraschend.
Vor Lindner hatte der designierte FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai im „Spiegel“ das Agieren des RKI und dessen Chef persönlich kritisiert. „Ich habe großen Respekt vor den Leistungen des RKI-Chefs Lothar Wieler in den vergangenen zwei Jahren während der Pandemie“, sagte er. Mit Blick auf die Verkürzung des Genesenen-Status fügte er jedoch hinzu: „Des Vertrauens der FDP kann sich Herr Wieler aber aufgrund dieser neuerlichen Verfehlung, die ja leider keinen Einzelfall darstellt, nicht mehr sicher sein.“ Vize-Regierungssprecherin Christiane Hoffmann erklärte daraufhin, Wieler habe „nach wie vor das volle Vertrauen der Bundesregierung“.
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