Ischinger zu Scholz‘ Antrittsbesuch in USA: Bundeskanzler hat sich „wacker geschlagen“

© AFP 2022 / ANNA MONEYMAKERDer deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz tritt bei der Pressekonferenz nach einem Gespräch mit dem US-Präsidenten Joe Biden am 07.02.2022
Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz tritt bei der Pressekonferenz nach einem Gespräch mit dem US-Präsidenten Joe Biden am 07.02.2022 - SNA, 1920, 08.02.2022
Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat die Vorgehensweise des Bundeskanzlers Olaf Scholz (SPD) bei seinem Antrittsbesuch in Washington gelobt. Ihm zufolge hat Scholz sich im Weißen Haus „wacker geschlagen”.
„Der Bundeskanzler hat sich in einer außerordentlich schwierigen Lage wacker geschlagen“, sagte der frühere Top-Diplomat gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe und dem französischen Blatt „Ouest-France“ (Dienstag).
Scholz habe das transatlantische Verhältnis nachdrücklich und überzeugend bekräftigt, was in der aktuellen Lage wichtig und notwendig gewesen sei.
Beim Thema Nord Stream 2 habe Scholz bei seinem Auftritt mit US-Präsident Joe Biden erfolgreich die Klippen umschifft und trotz Formulierungsunterschieden gezeigt, „dass es in dieser für Deutschland sehr schwierigen Frage keinen Streit mit Amerika gibt“, so Ischinger weiter.
Deutschland habe wegen Nord Stream 2 in den USA unter einer „schweren Glaubwürdigkeitshypothek“ gelitten, aber Scholz habe „diese Verstimmungen in Washington weitestgehend ausräumen“ können.
Nach dem Gespräch mit dem deutschen Bundeskanzler am Montag drohte der US-Staatschef unmissverständlich mit harten Konsequenzen für die russische Gaspipeline: Sollte Russland in die Ukraine einmarschieren, dann „wird es kein Nord Stream 2 mehr geben. Wir werden dem ein Ende setzen“, betonte er. Scholz versicherte, man werde alle Sanktionsschritte bei einer Eskalation gemeinsam gehen, obwohl er die Gasleitung nicht namentlich nannte.
Biden bezeichnete Deutschland zudem als „engen Freund“ und „verlässlichen Partner“.
Bundeskanzler Olaf Scholz  - SNA, 1920, 07.02.2022
Kurz vor Treffen mit Biden: Scholz bezeichnet USA als „wichtigsten Verbündeten Deutschlands“
Scholz bekräftigte diese Aussage: „Wir werden bei den Sanktionen komplett einvernehmlich agieren“, sagte er nach dem Gespräch mit dem US-Präsidenten.
„Wir werden alle notwendigen Schritte ergreifen. Es wird keine Maßnahme geben, bei denen wir unterschiedlich agieren.“
Mögliche Sanktionen im Fall eines russischen Einmarsches in die Ukraine seien intensiv vorbereitet worden, versicherte Scholz bei der Pressekonferenz. Konkrete Maßnahmen nannte er nicht.
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