Lambrecht: Knapp 1200 afghanische Bundeswehr-Ortskräfte in Deutschland

© AP Photo / Martin MeissnerDeutsche Soldaten nach ihrer Rückkehr aus Afghanistan am 27. August 2021
Deutsche Soldaten nach ihrer Rückkehr aus Afghanistan am 27. August 2021 - SNA, 1920, 08.02.2022
Fast 1200 frühere Ortskräfte der Bundeswehr sind nach Angaben von Verteidigungsministerin Christine Lambrecht bislang aus Afghanistan nach Deutschland gekommen. Die SPD-Politikerin rechnet mit mindestens 600 weiteren Einreisen aus Afghanistan.
„Wir gehen davon aus, dass insgesamt 1190 ehemalige Ortskräfte der Bundeswehr bereits in Deutschland sind und wir rechnen mit rund 610 weiteren Einreisen aus Afghanistan“, sagte Lambrecht den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Und dazu kommen immer noch die Familien.“
Die deutsche Regierung hatte Anfang November den ersten Evakuierungsflug aus Kabul seit der Bundeswehr-Luftbrücke im vergangenen August organisiert. Eine Chartermaschine brachte 329 Menschen, darunter Deutsche, ehemalige Ortskräfte und weitere schutzbedürftige Afghanen, in Sicherheit. Nach der Machtübernahme radikalislamischen Taliban in Afghanistan hatte die Bundeswehr in elf Tagen mehr als 5300 Deutsche, Afghanen und Staatsbürger anderer Länder mit Militärtransportern ausgeflogen. Die Aktion endete kurz vor dem Abzug der letzten US-Soldaten aus Afghanistan.
Airbus A330 „Multi Role Tanker Transporter“ (Archiv) - SNA, 1920, 08.10.2021
Afghanistan
Mehr als 15.000 afghanische Ortskräfte haben Aufnahmezusage von deutscher Bundesregierung
Die Bundeswehr war Ende Juni 2021 nach fast 20 Jahren aus Afghanistan abgezogen und beteiligte sich im August nach dem Siegeszug der militant-islamistischen Taliban* elf Tage lang an einer Evakuierungsmission für Schutzbedürftige.
Noch vor dem Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan hatte die damalige Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer versprochen, auch einheimische Mitarbeiter der Bundeswehr einfach und schnell nach Deutschland zu holen.

„Wir reden hier von Menschen, die zum Teil über Jahre hinweg auch unter Gefährdung ihrer eigenen Sicherheit an unserer Seite gearbeitet, auch mitgekämpft haben und ihren persönlichen Beitrag geleistet haben“, sagte Kramp-Karrenbauer im April 2011.

Neben ehemaligen Ortskräften der Bundeswehr hatte die Bundesregierung auch Ortskräften anderer deutscher Institutionen sowie Menschenrechtlern und weiteren besonders schutzbedürftigen Menschen die Aufnahme zugesagt. Bis zum Jahreswechsel wurden deutlich mehr als 5000 Menschen in Deutschland aufgenommen.
*Die Organisation ist wegen Terror-Aktivitäten mit UN-Sanktionen belegt
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