Volksrepublik Donezk meldet Ankunft polnischer Söldner im Donbass

© SNA / Sergej Awerin / Zur BilddatenbankEin Soldat der Volksmiliz Donezk (Archivbild)
Ein Soldat der Volksmiliz Donezk (Archivbild) - SNA, 1920, 07.02.2022
Polnische Söldner sind nach Angaben der Volksmiliz der selbsterklärten Volksrepublik Donezk in den von Kiew kontrollierten Gebieten im Donbass eingetroffen.
„Die Aufklärung der Volksmiliz der Volksrepublik Donezk hat Informationen über die Ankunft polnischer Söldner im Gebiet der so genannten Operation der kombinierten Kräfte (des Militäreinsatzes im Osten des Landes – Anm. d. Red.) der ukrainischen Streitkräfte erhalten“, teilte ein Sprecher der Volksmiliz gegenüber Reportern mit.
So seien in der Nähe der Stadt Popasnaja (ukrainisch auch: „Popasna“ – Anm. d. Red.), im Gebiet Lugansk in der Ostukraine, zwei bewaffnete Gruppen gesichtet worden. Jede Gruppe sei bis zu 20 Mann stark, die Mitglieder der Gruppen hätten „gemischte Kleidung taktischer Art“ getragen.
„Es wurde festgestellt, dass die betreffenden Personen Polnisch sprechen und gekommen sind, um Aufgaben im Zuständigkeitsbereich der 24. mechanisierten Brigade zu erfüllen“, sagte der Sprecher. Die Aufgabe der Söldner sei, gemeinsam mit Einheiten der ukrainischen Spezialtruppen gezielte Sabotage- und Terrorakte durchzuführen, die darauf abzielten, die kritische und die soziale Infrastruktur lahmzulegen und die örtliche Bevölkerung einzuschüchtern.
Die Volksmiliz gehe davon aus, dass die Söldner vor einer möglichen Offensive der ukrainischen Sicherheitskräfte versuchen würden, der zivilen Infrastruktur den größtmöglichen Schaden zuzufügen und somit die Truppen der Volksrepublik zu einer Gegenreaktion zu veranlassen.
„Die ukrainische Seite wird versuchen, diese Reaktion als Vorwand für den Beginn von Kampfhandlungen auszunutzen und sich in den Augen der Weltgemeinschaft auf diese Weise zu rechtfertigen. Die Polen kamen in die Ukraine unter dem Deckmantel von Ausbildern, die an einer Trainingsmission zur Schulung ukrainischer Soldaten teilnehmen sollen“, so der Sprecher weiter.
Die kürzlich freigelassene Richterin Anzhelika Presnyakova (L) und die Journalistin Olga Svorak (C) sprechen mit dem Unterhändler Volodymyr Ruban (R), der an den Gefangenenaustauschen beteiligt war, während einer Versammlung in Donezk (Archivbild) am 27. Dezember 2016. - SNA, 1920, 04.02.2022
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Polens Äußerungen mit OSZE-Vorsitz unvereinbar

Außerdem ging der Sprecher der Volksmiliz auf Warschaus Militärhilfe für Kiew ein.
„Zu Beginn dieses Jahres, als Polen den OSZE-Vorsitz übernahm, sagte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki, dass Polen alles Notwendige für Frieden und Sicherheit in Europa tun werde“, erklärte der Sprecher. Einen Monat später habe der polnische Premier seine Absicht bekannt gegeben, Munition, Flugabwehrraketensysteme des Typs „Grom“ sowie Drohnen an die Ukraine zu liefern. Nach Angaben der Führung der Donezker Volksmiliz werden mit diesen Waffen nicht nur die ukrainischen Streitkräfte, sondern auch nationalistischen Organisationen ausgerüstet.
„Die Äußerungen der polnischen Seite tragen weder zum Frieden noch zur Stabilität bei, sondern provozieren eine Eskalation der Lage und veranlassen Kiew dazu, ein Genozid an der Bevölkerung des Donbass zu beginnen“, betonte der Sprecher der Donezker Volksmiliz. Die Aktivitäten der polnischen Regierung seien weder mit dem OSZE-Vorsitz Polens noch mit der Mitgliedschaft des Landes in der Organisation vereinbar.
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Nationalistische Kämpfer in der Region

Zudem sollen nach Angaben der Volksmiliz auch Mitglieder der nationalistischen Organisation „Rechter Sektor“* in der Region eingetroffen sein.
Demnach sind zwei Einheiten, jeweils 70 bis zu 80 Mann stark, in den Standorten der 54. separaten mechanisierten Brigade und der 56. separaten motorisierten Infanteriebrigade angekommen. „Alle Kämpfer haben Kampferfahrung und wurden von britischen Ausbildern trainiert“, hieß es.
Die nationalistischen Kämpfer würden in Einheiten geschickt, deren Stellungen sich in der Nähe der Frontlinie nördlich und westlich von Donezk befinden.
„Das ukrainische Kommando führt nicht nur die Verstärkung seiner Gruppierung in der Nähe der Hauptstadt der Volksrepublik Donezk durch, sondern es formiert auch Angriffsgruppen aus ideologisch motivierten Nationalisten, die Kampfhandlungen in der Stadt führen und ohne Rücksicht auf Todesopfer in der Zivilbevölkerung ihre Aufgaben erfüllen sollen“, warnte der Sprecher.

Donezk: Soldat der Volksmiliz durch ukrainischen Scharfschützen getötet

Am Sonntag hatte die Donezker Volksmiliz berichtet, dass ein Soldat im Dorf Werchnetorezkoje (ukrainisch auch: Werchnjotorezke) beim gezielten Feuer eines ukrainischen Scharfschützen getötet worden sei.
Mitte Januar hatte der Sprecher der Donezker Volksmiliz, Eduard Basurin, mitgeteilt, in der Nähe der Berührungslinie im Donbass sei ein Anstieg der Zahl ukrainischer Scharfschützen festgestellt worden.
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Im Sommer 2020 waren im Donbass zusätzliche Maßnahmen zur Sicherung des Waffenstillstands in Kraft getreten. Diese verbieten jeglichen Beschuss, die Stationierung von Waffen in bewohnten Gebieten sowie in deren Nähe und die Abhaltung von Sabotageakten, Angriffs- und Aufklärungsmaßnahmen.

Konflikt im Donbass

Der bewaffnete Konflikt in der Ostukraine dauert seit fast acht Jahren an und hat nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 13.000 Menschen das Leben gekostet; rund 44.000 weitere Menschen sollen verletzt sein worden. Die Regelung des Konflikts wird bei Treffen der Kontaktgruppe in der belarussischen Hauptstadt auf der Grundlage der Minsker Abkommen erörtert. Das Dokument sieht eine Verfassungsreform, einen Waffenstillstand und den Abzug schwerer Waffen von der Kontaktlinie vor.
Annalena Baerbock spricht auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow nach ihren Gesprächen in Moskau, Russland, Dienstag, 18. Januar 2022.  - SNA, 1920, 07.02.2022
Baerbock reist in die Ukraine – Waffenforderungen heikles Thema
Inzwischen hat Kiew einen Großteil der Armee an der Grenze zu den selbsterklärten Volksrepubliken Donezk und Lugansk zusammengezogen. Die ukrainischen Regierungstruppen beschießen die Milizen regelmäßig, auch mit Hilfe von verbotenen Waffen.
Moskau hat westliche Länder mehrmals dazu aufgefordert, keine Waffen mehr in die Region zu liefern, da diese Lieferungen Kiew zu militärischen Abenteuern provozieren könnten.
* Die Organisation ist in Russland als extremistisch eingestuft und verboten.
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