Papst verurteilt Mobbing und hat „keine Erklärung“ für Leid der Kinder

Papst Franziskus - SNA, 1920, 07.02.2022
Papst Franziskus hat Tratsch und Mobbing an Schulen verurteilt. Als exklusiver Interviewgast in einer italienischen TV-Sendung kritisierte der 85-Jährige am Sonntag die Aggressivität unserer Zeit – insbesondere bei Kindern.
„Ich denke an die Schulen, an Mobbing“, sagte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche. Manchmal gehe die Aggressivität von kleinen Dingen aus, etwa von Tratschereien. Üble Nachrede könne Familien und Gemeinschaften spalten. „Der Tratsch zerstört die Identität“, mahnte Franziskus.
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Auf die Frage von Moderator Fabio Fazio, warum Gott es zulasse, dass Kinder leiden müssten, sagte der Papst:
„Dafür habe ich keine Erklärung. Ich habe meinen Glauben, versuche Gott, meinen Vater, zu lieben. Aber warum Kinder leiden, darauf habe ich keine Antwort.“
Tratschereien verurteilt Papst Franziskus schon seit jeher scharf. Bei einem Gebet im Corona-Jahr 2020 sagte der Argentinier, dass Geschwätz „schlimmer als Covid“ sein könne. Allzu oft würden Christen im Umgang mit anderen dem Reflex verfallen, Verfehlungen anderer weiterzuerzählen, statt diese zunächst mit der betreffenden Person zu klären, erklärte der Pontifex damals laut Vaticannews.
„Wenn wir einen Fehler, Mangel, eine Verfehlung bei jemandem sehen, ist das erste, was uns einfällt, es weiterzuerzählen. Der Tratsch verschließt das Herz der kirchlichen Gemeinschaft.“ Das sei zerstörerisch für die Kirche, mahnte der Papst. Er warb für einen Umgang mit Verfehlungen in der christlichen Gemeinschaft, bei dem nicht üble Nachrede oder der Pranger, sondern Hingabe, Vergebung und Barmherzigkeit prägend sind.
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