Kati Witt zu russischer Dominanz auf dem Eis: „Russen stürmen in Meilenstiefeln davon“

© SNA / Alexander WilfDie Russin Kamila Valiyeva, Mitglied der russischen Eiskunstlauf-Nationalmannschaft, zeigt ihre Kür im Mannschaftswettbewerb der Eiskunstläuferinnen bei den 24. Olympischen Winterspielen in Peking
Die Russin Kamila Valiyeva, Mitglied der russischen Eiskunstlauf-Nationalmannschaft, zeigt ihre Kür im Mannschaftswettbewerb der Eiskunstläuferinnen bei den 24. Olympischen Winterspielen in Peking - SNA, 1920, 07.02.2022
Mit dem Erfolg im Teamwettbewerb hat Russland einmal mehr seine Dominanz im Eiskunstlauf unterstrichen. Russland sei voll von Talenten, bestätigt auch Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Katarina Witt. Deutschland hingegen träume der Weltspitze nur hinterher.
Mit ihren Auftritten in Kurzprogramm und Kür hat sie die Eiskunstlaufwelt im Sturm erobert und dem russischen Team olympisches Gold in Peking gesichert: Die erst 15 Jahre alte Kamila Walijewa gilt schon jetzt als Jahrhunderttalent. Und sie ist nicht allein, Russland ist voller Eiskunstlauftalente. Das räumt auch Katarina Witt ein. Die deutsche Olympiasiegerin von 1984 und 1988 äußerte sich im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur mit Bewunderung über Walijewa und den russischen Eiskunstlauf.
„Die Talentdichte, die sich dort in nur einer von zahlreichen Eislauf-Akademien tummelt, finden wir in ganz Deutschland nicht“, stellte die 56-Jährige klar. „Es braucht perfekte Trainingsbedingungen, um es in die Weltklasse zu schaffen oder die Sportart zu dominieren. Außerdem Vorbilder und Konkurrenz. In Russland sind die Eisbahnen reichlich voll damit.“
Bei Walijewas Programmen habe einfach alles gestimmt.
„Ich bin wirklich erstaunt, wie sie mit 15 Jahren diese Ausstrahlung und Erfahrung auf dem Eis verkörpert, wie leichtfüßig die Sprünge aussehen - und woher sie dieses Selbstbewusstsein nimmt.“
Mit seiner sportlichen Dominanz und der Fähigkeit der Läuferinnen will Russland bei der Internationalen Eislauf-Union beantragen, Vierfachsprünge bei den Damen auch im Kurzprogramm zuzulassen. Sollte Russland sich damit durchsetzen, könnte es für die Läuferinnen der anderen Nationen nach Ansicht von Kati Witt schwierig werden. Es könnte vielen von ihnen „jegliche zukünftige Motivation nehmen“. Treffen würde das auch die deutschen Eisläufer, die momentan der „gesamten Weltspitze nur hinterher träumen“. Die Deutsche Eislauf-Union müsse sich fragen, was sie tun könne, um daran etwas zu ändern, so Witt. „Dafür müssen die Bedingungen geschaffen werden. Oder man entscheidet: Wir sind zufrieden, wie es ist, bleiben im undankbaren Mittelfeld und hoffen auf den einen oder anderen Ausreißer nach oben und auf einzelne Erfolge. Ich denke, es ist eine Sache der Planung und kompromissloser Ehrlichkeit.“
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Die Eiswelt habe sich verändert und um ein Vielfaches weitergedreht, so Witt. „Wir sind in kleinen Schrittchen vorangegangen, während die Russen in Meilenstiefeln davon stürmen.“
Deutschland hatte es nicht ins Kür-Finale des Teamwettbewerbs geschafft, wo die besten fünf Teams antraten. Am Ende belegte das deutsche Team Rang neun.
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