Geheimer UN-Bericht: Nordkorea soll 2021 Nuklearprogramm vorangetrieben haben

© REUTERS / KCNAAm 28. Januar 2022 veröffentliche die staatliche Nachrichtenagentur KCNA Fotos, die einen Raketentest von Ende Januar zeigen sollen.
Am 28. Januar 2022 veröffentliche die staatliche Nachrichtenagentur KCNA Fotos, die einen Raketentest von Ende Januar zeigen sollen.  - SNA, 1920, 06.02.2022
Pjöngjang hat im vergangenen Jahr laut der Nachrichtenagentur Reuters die Entwicklung seiner Nuklear- und Raketenprogramme vorangetrieben und Cyberangriffe auf Kryptowährungsbörsen als eine wichtige Einnahmequelle genutzt. Reuters beruft sich auf einen vertraulichen Bericht, der im UN-Sanktionsausschuss für Nordkorea vorgestellt wurde.
Der von unabhängigen Beobachtern erstellte Jahresbericht wurde am Freitagabend dem Sanktionsausschuss des UN-Sicherheitsrates für die Demokratische Volksrepublik Korea vorgelegt. Die Nachrichtenagentur durfte nach eigenen Angaben Einsicht in Auszüge aus dem Dokument nehmen.
Zwar seien keine Atomtests oder Starts von Interkontinentalraketen gemeldet worden, jedoch habe Nordkorea seine Fähigkeiten zur Produktion von spaltbarem Material weiterentwickelt, betonten die Experten.
Auch die Instandhaltung und Entwicklung der nordkoreanischen Infrastruktur für Atomwaffen und ballistische Raketen sei fortgesetzt worden. Zudem habe sich Pjöngjang weiterhin darum bemüht, Materialien, Technologien und Know-how für diese Programme im Ausland zu suchen, unter anderem durch Cyber-Methoden und gemeinsame wissenschaftliche Forschung.
Laut Beobachtern hat Pjöngjang seine Raketentests „deutlich beschleunigt“. Nordkoreas Raketenstreitkräfte hätten verbesserte Fähigkeiten zu einer schnellen Stationierung von Raketen, eine große Mobilität (unter anderem auch zu See) und eine verbesserte Belastbarkeit an den Tag gelegt, hieß es.
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Andauernde Cyberangriffe

Dabei seien Cyberangriffe, vor allem auf Vermögenswerte in Kryptowährung, nach wie vor eine wichtige Einnahmequelle für Pjöngjang geblieben, teilten die Verfasser des Berichts mit. Nach Informationen der Experten sollen nordkoreanische Hacker weiterhin Finanzinstitutionen, Kryptowährungsunternehmen und -börsen angegriffen haben.
„Nach Angaben eines Mitgliedstaates haben nordkoreanische Cyber-Akteure zwischen 2020 und Mitte 2021 mehr als 50 Millionen US-Dollar von mindestens drei Kryptowährungsbörsen in Nordamerika, Europa und Asien gestohlen“, heißt es weiter im Bericht.

Humanitäre Lage verschlechtert sich

Außerdem verwiesen die Beobachter auf eine weitere Verschlechterung der humanitären Lage in Nordkorea. Der Trend sei wahrscheinlich auf die Covid-19-Blockade zurückzuführen; aufgrund fehlender Informationen aus dem Land sei es schwierig festzustellen, inwieweit die UN-Sanktionen der Zivilbevölkerung unbeabsichtigt geschadet hätten.
Die strenge Abschottung des Landes als Reaktion auf die Covid-19-Pandemie habe den illegalen Handel „weitgehend eingestellt“, stellten die UN-Sanktionsbeobachter fest. So seien die maritimen Kohleexporte aus Nordkorea auf einem relativ niedrigen Niveau geblieben, obwohl sie in der zweiten Jahreshälfte 2021 zugenommen hätten. Die illegalen Importe von Erdölprodukten seien im gleichen Zeitraum zwar stark angestiegen, hätten jedoch ein viel niedrigeres Niveau erreicht, als in den Vorjahren.
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Die Weltgemeinschaft ist seit Jahren über das nordkoreanische Nuklearprogramm besorg. Der UN-Sicherheitsrat hat bereits 2006 Sanktionen gegen Pjöngjang verhängt, die später verschärft wurden. 2017 verkündete Pjöngjang, die Ziele seines Atomprogramms erreicht zu haben, und verpflichtete sich, ein selbstauferlegtes Moratorium für Atomtests und den Start von Interkontinentalraketen aufrechtzuerhalten.
Seit Anfang 2022 werden jedoch immer wieder neue nordkoreanische Tests gemeldet. Allein im Januar hat Nordkorea mindestens sieben Starts durchgeführt, bei denen Hyperschallraketen, ballistische Kurzstreckenraketen und Marschflugkörper getestet wurden.
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