Streit um Waffenhilfe: Ukraine schickt konkrete Wunschliste an Berlin

© AP Photo / Pavlo PalamarchukUkrainische Soldaten in Tarnuniform. Übungsgelände Jaworowo bei Lwow, 28. Januar 2022
Ukrainische Soldaten in Tarnuniform. Übungsgelände Jaworowo bei Lwow, 28. Januar 2022 - SNA, 1920, 05.02.2022
Angesichts der Spannungen in den Beziehungen zu Russland hat die Ukraine einem Zeitungsbericht zufolge eine Wunschliste für deutsche Waffenlieferungen an die Bundesregierung geschickt. Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, forderte Kiew zur Mäßigung auf.
Wie die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) am Freitag berichtete, bittet die Ex-Sowjetrepublik in ihrem Schreiben, das an das Außen- sowie das Verteidigungsministerium verschickt wurde, um Flugabwehr-Raketensysteme mittlerer Reichweite und tragbare Flugabwehr-Raketensysteme.
Ukrainische Soldaten - SNA, 1920, 05.02.2022
„Versehentlich“ veröffentlicht: Bloomberg entfernt Schlagzeile über Russlands „Einmarsch“ in Ukraine
Auch Anti-Drohnen-Gewehre, Mikrowellen-Zerstörungssysteme, elektronische Ortungssysteme, Nachtsichtgeräte, Überwachungskameras und Munition stehen demnach auf der ukrainischen Wunschliste. In dem Schreiben werde betont, dass es sich um „Waffensysteme defensiver Natur“ handele. Der SZ zufolge bat die Ukraine zudem um eine „möglichst zeitnahe Bearbeitung dieses Antrags“.

Kiew zur Mäßigung aufgefordert

Unterdessen hat die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, „verbale Entgleisungen“ aus Ukraine in der Debatte um Waffenlieferungen kritisiert.
„Ich habe allergrößtes Verständnis dafür, dass die Nerven der ukrainischen Vertreter in Kiew blank liegen angesichts der Bedrohung durch die russische Armee“, sagte die FDP-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.
„Kein Verständnis aber habe ich für die steten verbalen Entgleisungen seitens manch ukrainischer Stimmen uns gegenüber.“
Deutschland habe in den letzten Jahren der Ukraine aus Verantwortung und Freundschaft heraus viel Hilfe zukommen lassen“, sagte Strack-Zimmermann.
„Im Eifer des emotionalen Gefechts, sollten die ukrainischen Vertreter daher bitte nicht Freund und Feind verwechseln“, warnte sie. „Ein bisschen Mäßigung wäre angebracht.“
Von ukrainischer Seite waren vehement und wiederholt Waffenlieferungen auch aus Deutschland eingefordert worden. Die Bundesregierung hat dies bisher strikt abgelehnt, was von Kiew und östlichen Nato-Bündnispartnern zuletzt deutlich kritisiert wurde.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала