„Bild“ veröffentlicht Geheimdienstangaben über russische „Nachkriegspläne“ in der Ukraine

© SNA / Jewgenija NowoscheninaUnabhängigkeitsdenkmal am Platz der Unabhängigkeit der Ukraine in Kiew (Archivbild)
Unabhängigkeitsdenkmal am Platz der Unabhängigkeit der Ukraine in Kiew (Archivbild) - SNA, 1920, 05.02.2022
Der „Bild“-Zeitung liegen nach eigenen Angaben nachrichtendienstliche Erkenntnisse über die angeblichen Pläne des Kremls bezüglich der Ukraine vor, die nach einem „Einmarsch“ Russlands in das Nachbarland umgesetzt werden sollen. Die russische Botschaft in Berlin hat den Bericht als Spekulation zurückgewiesen.
Dem Blatt zufolge soll ein nicht genannter ausländischer Geheimdienst Details über russische „Nachkriegspläne“ in der Ukraine gesammelt haben, die aktuell in russischen Militärkreisen diskutiert werden. Die „russische Invasion“ soll demnach „noch im Februar, spätestens aber im März“ erfolgen.
Zu den Plänen sollen nach Angaben des Geheimdienstes unter anderem die Einkesselung und Belagerung der großen Städte des Landes nach der „Vernichtung der ukrainischen Streitkräfte im Feld“ gehören – sowie die Einberufung einer „Marionetten-Legislative“, die Bildung einer von Russland völlig abhängigen Regierung, die Ausrufung des Ausnahmezustands und die Errichtung von Lagern „zur Inhaftierung proukrainischer Aktivisten“, deren Listen mutmaßlich bereits erstellt würden. Moskaus Pläne würden darauf abzielen, einen „Unionsstaat“ aus heutiger Ukraine, Belarus und Russland zu schaffen, berichtete die Zeitung.
Ukrainische Soldaten in Tarnuniform. Übungsgelände Jaworowo bei Lwow, 28. Januar 2022 - SNA, 1920, 05.02.2022
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Russische Botschaft spricht von „Gemisch aus Spekulationen und Gerüchten”

Auf eine Anfrage der „Bild“ habe die russische Botschaft in Berlin geäußert, es handele sich bei dem von der Zeitung geschilderten Einmarsch- und Putsch-Szenario um „ein merkwürdiges Gemisch aus Spekulationen und Gerüchten“, das „die Botschaft grundsätzlich nicht kommentiert“.
In der Nacht auf Samstag hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg eine Überschrift veröffentlicht, die über einen angeblichen Einmarsch Russlands in die Ukraine informierte. Die Schlagzeile wurde etwa eine halbe Stunde später entfernt. Die Veröffentlichung sei aus Versehen erfolgt, berichtete die Agentur und räumte ihren Fehler ein.
Moskauer Kreml (Archivbild) - SNA, 1920, 05.02.2022
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Im Dezember hatte die Nachrichtenagentur AP von angeblichen Plänen Russlands berichtet, die Ukraine Anfang 2022 anzugreifen.
Ende Januar hatte das britische Außenministerium der russischen Regierung vorgeworfen, einen „Komplott“ vorzubereiten, um eine „pro-russische“ Führung in Kiew zu installieren. Zuvor hatte der britische Justizminister Dominic Raab Moskau mit Sanktionen gedroht, falls eine von Russland kontrollierte ukrainische Regierung an die Macht kommen sollte.
Berichte über angebliche Vorbereitungen für einen Einmarsch Russlands in die Ukraine werden in den letzten Monaten von den westlichen Medien immer wieder veröffentlicht. Moskau weist derartige Vorwürfe zurück und weist darauf hin, dass dies von den USA und der Nato als Vorwand benutzt würde, um Nato-Truppen und -Ausrüstung in der Nähe der russischen Grenzen auszubauen.
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