„Bloomberg News“ statt „Fake News“: Kreml zur Schlagzeile über Russlands „Einmarsch“ in Ukraine

© SNA / Vitaliy BeloysovMoskauer Kreml (Archivbild)
Moskauer Kreml (Archivbild) - SNA, 1920, 05.02.2022
Dmitri Peskow, der Pressesprecher des russischen Staatschefs, hat sich am Samstag gegenüber russischen Medien zu der „versehentlichen“ Überschrift der Nachrichtenagentur Bloomberg über einen „Einmarsch“ Russlands in die Ukraine geäußert.
„Dies ist eine großartige Demonstration, wie gefährlich die Situation ist, welche durch die endlosen aggressiven Erklärungen aus Washington, aus London und aus anderen europäischen Hauptstädten hervorgerufen wird“, sagte Peskow.
Genau diese Äußerungen, aber auch die Verlegung von Nato-Truppen an Russlands Grenzen sowie die permanente Lieferung von Waffen an die Ukraine würden zu verstärkten Spannungen führen, bei denen „jeder Funke äußerst gefährlich“ sei.
Früher habe Bloomberg einen Ruf als seriöses Medium gehabt, so der Kreml-Sprecher, heute gebe es jedoch allen Grund, den Begriff „Fake News“ durch „Bloomberg News“ zu ersetzen.
„Aber im Allgemeinen kann man natürlich bei einem so seriösen Medium wie Bloomberg (…) nicht 'Fake News' sagen, sondern 'Bloomberg News', was begründet wäre“, fügte Peskow hinzu.
Dabei zog er in Zweifel, dass es sich um eine Provokation seitens Bloomberg gehandelt haben könnte.
„Das hat kaum eine Provokation sein können, das war kaum eine Provokation – man sollte hier nicht übertreiben“, so Peskow. Zudem gab er an, dass die Agentur selbst sich bereits für die Falschinformation entschuldigt habe.
Ende November 2021 hatte Bloomberg unter Verweis auf eigene Quellen berichtet, Russland würde planen, die Ukraine aus drei Richtungen anzugreifen, nämlich von der Halbinsel Krim aus, von der Festlandgrenze und auch vom Territorium von Belarus. Damals bezeichnete Peskow die Agentur als „Sprachrohr“ der antirussischen Informationskampagne und stellte fest, dass solche Botschaften nichts mit der Realität zu tun hätten.
In der Nacht zum Samstag hat die Nachrichtenagentur Bloomberg nach eigenen Angaben versehentlich eine Überschrift veröffentlicht, die über einen angeblichen Einmarsch Russlands in die Ukraine informierte. Die Schlagzeile wurde dann entfernt, die Agentur gab bekannt, dass die Aktion unbeabsichtigt gewesen sei.

Ukraine-Frage

In letzter Zeit haben die westlichen Staaten ihre Besorgnis in Bezug auf angeblich zunehmende „aggressive Aktivitäten“ seitens Russlands in der Ukraine zum Ausdruck gebracht. Moskau weist alle Vorwürfe zurück und betont, dass Russland seine Truppen innerhalb des eigenen Territoriums verlegen würde. Der Kreml und das Außenministerium haben wiederholt darauf hingewiesen, dass das Ziel der Geschichten über eine mögliche „russische Aggression“ darin bestehe, eine Gruppierung der Nato nahe der russischen Grenze aufzubauen.
Der Hauptgrund für die Eskalation in der Region sind aus Moskaus Sicht die Aktionen der USA und der Nato, welche Militärausbilder, Waffen und Ausrüstung in die Ukraine schicken, die Zahl der Militärübungen erhöhen und damit Kiew zu militärischen Abenteuern treiben würden. All diese Aktivitäten betrachtet Russland als rote Linien.
Die russische Seite erinnert auch daran, dass sie sich nicht am innerukrainischen Konflikt beteilige und keine Vereinbarungen verletze, im Gegensatz zu Kiew, das die Minsker Vereinbarungen nicht einhalte. Das Dokument sieht einen Waffenstillstand, den Abzug schwerer Waffen von der Kontaktlinie und eine Verfassungsreform in der Ukraine vor.
Inzwischen hat die Ukraine die Hälfte ihres Armeepersonals im Donbass konzentriert und beschießt die Volksmiliz, darunter auch mit verbotenen Waffen.
Ukrainische Soldaten - SNA, 1920, 05.02.2022
„Versehentlich“ veröffentlicht: Bloomberg entfernt Schlagzeile über Russlands „Einmarsch“ in Ukraine
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