Russischer Botschafter: Keine Einigung im Diplomaten-Streit mit USA

© SNA / Ilja Pitaljow / Zur BilddatenbankDer Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafter Russlands in den USA, Anatoli Antonow (Archiv)
Der Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafter Russlands in den USA, Anatoli Antonow (Archiv) - SNA, 1920, 05.02.2022
Russlands Botschafter in Washington, Anatoli Antonow, hat am Samstag gegenüber russischen Medien von einem erfolglosen Treffen zum Thema Normalisierung der Arbeit der diplomatischen Vertretungen mit den US-Partnern gesprochen.
„Vorgestern fanden in Wien russisch-amerikanische Konsultationen zu Reizthemen statt. Die russischen Kollegen waren mit einem positiven Programm angereist“, sagte Antonow.
Das Programm ziele darauf ab, alle Beschränkungen für die Aktivitäten von Diplomaten in den USA und in Russland aufzuheben, den „Visakrieg“ zu beenden und die normalen Aktivitäten der diplomatischen Vertretungen gegenseitig wiederherzustellen, hieß es.
„Leider haben wir bei diesen Konsultationen eine negative Antwort erhalten“, fügte der Botschafter hinzu.
Zudem gab er an, dass Russlands Diplomaten in den USA weitehrhin unter Druck gesetzt würden.
„Die Periode ist gerade zu Ende gegangen, als 27 russische Diplomaten aus den USA ausgewiesen wurden. Es wurde gesagt: Ihnen wird empfohlen, Sie sind angewiesen, die Vereinigten Staaten zu verlassen. Und auf unsere Frage, was mit unseren Diplomaten passiert, wenn wir nicht abreisen, hieß es: Wir verhaften Sie am nächsten Tag in der Stadt und schicken Sie in die entsprechende Einrichtung. Ist das keine Ausweisung unserer Diplomaten?“, so Antonow weiter
Auch hat er die angedrohten US-Sanktionen gegen Russland thematisiert.
„Leider erwarten wir Sanktionen. Heute ist es schwierig zu sagen, wie sie sein werden. Bei dem Gefluche geht es nur darum, wer stärker ist, wer Russland härter treffen wird“, sagte der Botschafter.
In den Vereinigten Staaten bestehe ein völliger Konsens darüber, dass neue Strafmaßnahmen gegen Russland erforderlich seien.
„Das ist natürlich eine traurige Geschichte. Wir sehen jeden Tag Diskussionen im Kongress. Es besteht ein völliger Konsens darüber, dass Sanktionen erforderlich seien, die Frage ist nur deren Umfang und Zeitpunkt“, fügte Antonow hinzu.

Diplomaten-Streit mit USA

Die Administration des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama hatte Ende Dezember 2016 ein Sanktionspaket gegen Russland wegen angeblicher „Einmischung in die Wahlen“ und „Druck auf die in Russland tätigen US-Diplomaten“ verabschiedet. Die USA beschlagnahmten dann sechs Objekte der russischen diplomatischen Mission auf amerikanischem Boden und verweigern russischen Diplomaten seither den Zugang zu diesen Objekten. Es sei sogar die Rede von Plänen gewesen, das russische Eigentum zu verkaufen. Außerdem haben die Administrationen von Obama und seinem Nachfolger Donald Trump Dutzende russische Diplomaten ausgewiesen und die russischen Konsulate in San Francisco und Seattle sowie die Handelsvertretung in Washington geschlossen. Moskau reagierte mit der Ausweisung von US-Diplomaten und schloss das US-Konsulat in St. Petersburg.
Im November 2021 hatte es weitere Spannungen in diesem Bereich gegeben. Anatoli Antonow teilte damals mit, 27 russische Diplomaten mit ihren Familien müssten zum 30. Januar nächsten Jahres aus den USA ausreisen. Zum 30. Juni müssten ähnlich viele russische Diplomaten samt Familien das Land verlassen.
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