Frisch genesene Wagenknecht wirft Lauterbach bei der Impfpflicht unehrliches Verhalten vor

© AP Photo / Markus SchreiberSahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht - SNA, 1920, 04.02.2022
Bei „Markus Lanz“ am Donnerstagabend im ZDF-Talk wurde wieder heftig über die Impfpflicht gestritten. Die Linken-Bundestagsabgeordnete Sahra Wagenknecht hat ein Argument dagegen ins Spiel gebracht, das auch für Österreich gerade aktuell ist.
In Österreich hat die allgemeine Impfpflicht mit der Abstimmung im Nationalrat auch die letzte parlamentarische Hürde genommen. Allerdings regelt das Gesetz nicht die genaue Anzahl der Impfungen, die Zahl der Folgeimpfungen soll vom Gesundheitsminister per Verordnung festgelegt werden. Bisher wird von drei Impfungen gesprochen.
Doch wie viele sollen es bei einer Impfpflicht in Deutschland werden: drei oder sechs? Das könne bei einer Impfpflicht niemand sagen, sagte die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht bei „Markus Lanz“. „Herr Lauterbach sagt ja immer: Die Impfpflicht soll nur für drei Impfungen gelten. Das weiß gar keiner“, legte sie nach und forderte: „Man muss jetzt ehrlicher werden in der Kommunikation.“ Sie ist nach eigenen Angaben bisher ungeimpft.
Wagenknechts PCR-Test war vor über einer Woche positiv. Sie sagte zu dem damaligen Zeitpunkt, dass sie dabei keine Symptome gehabt habe. Nach gut einer Woche war ihr Test wieder negativ und durfte deswegen bei „Markus Lanz“ dabei sein. Sie wies darauf hin, dass die Zahl der nötigen Impfungen nicht von der Politik bzw. nicht von Lauterbach festgelegt wird, sondern das Robert Koch-Institut (RKI) und das Paul-Ehrlich-Institut dafür zuständig seien.

„Das heißt, wenn wir eine Impfpflicht erst mal beschließen und dann heißt es von dort 'Jetzt brauchen wir eine vierte, eine fünfte, eine sechste Impfung' – dann gibt es die verpflichtend“, merkte die 52-Jährige an.

Am Donnerstag hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) am RKI eine zweite „Booster“-Impfung für besonders gefährdete beziehungsweise Personen mit häufigem Kontakt zu anderen sowie für die über 70-Jährigen empfohlen.
Zu ihrer durchgemachten Infektion sagte Wagenknecht, dass sie sie zum Glück gut überstanden habe. Sie wird deswegen rechlich als genesen gelten. Darauf fragte der Moderator beharrlich, ob sie sich jetzt impfen lassen werde. Ihre Antwort: Wenn gefährlichere Mutanten auftreten würden und es dagegen einen Impfstoff gäbe, werde sie sich das überlegen. „Wir müssen erst mal gucken, wie sich das weiterentwickelt“, ergänzte die Politikerin. Man impfe sich doch nicht „ins Blaue hinein“.

Wie viel Impfstoff hat Deutschland?

Zuvor wurde Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD)für die Verkürzung des Genesenenstatus auf Beschluss des RKI von sechs auf drei Monate kritisiert. Parallel berichteten die Medien unter Verweis auf die besondere Schweigsamkeit des Ministers zu bestellten Impfdosen, dass eroffenbar aus Versehen doppelt so viel Impfstoff bestellt habe. Auf SNA-Anfrage wollte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums diese Informationen weder bestätigen noch dementieren. Er wies aber darauf hin, dass mit der Einrichtung des Stabs von Generalmajor Carsten Breuer im Bundeskanzleramt dieser im Sinne der Transparenz zentral die Aufgabe übernommen habe, die Distribution der Corona-Impfstoffe zu koordinieren.
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„Mit Stand zum 31. Januar 2022 lagern im zentralen Lager des Bundes ca. 25 Millionen Covid-19-Impfstoffdosen. Bis Ende März 2022 werden entsprechend der vertraglich zugesicherten Lieferungen mit den Herstellern noch ca. 40 Millionen Dosen mRNA-Impfstoffe für über 12-Jährige erwartet“, so das Bundesamt. Impfstoffe, die dann in Deutschland nicht benötigt werden, sollen gespendet werden. „Die Bundesregierung hat zugesagt bis Ende 2022 insgesamt 175 Millionen Dosen Impfstoff unentgeltlich abzugeben. Bis heute wurden ca. 110 Millionen Dosen weit überwiegend an Covax gespendet“, teilte der Sprecher mit.
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