Razzia in Corona-Testlabor: Gemeinde Zell am See befürchtet finanziellen Schaden

© AP Photo / Michael SohnEine Mitarbeiterin eines Testzentrums führt einen Coronavirus-Test in der Einkaufsstraße Kurfürstendamm (Ku'damm) in Berlin, Deutschland, durch (Symbolbild)
Eine Mitarbeiterin eines Testzentrums führt einen Coronavirus-Test in der Einkaufsstraße Kurfürstendamm (Ku'damm) in Berlin, Deutschland, durch (Symbolbild)  - SNA, 1920, 04.02.2022
Österreichs Rechnungshof, das Bildungsministerium und die Finanzpolizei haben Labore, in denen PCR-Tests für Schulen ausgewertet werden, durchsucht. Auch ein Unternehmen der Gemeinde Zell am See wird von den Ermittlern geprüft. Laut Gemeindevertretern verursache dies einen gewaltigen „Imageschaden“.
Die „Kronen Zeitung“ berichtete am Freitag von den Ermittlungen zu dem Labor-Konsortium ARGE für molekulare Diagnostik. Dieses wertet PCR-Tests aus Schulen in acht Bundesländern aus und besteht aus mehreren Unternehmen.

Die Behörden äußerten den Verdacht von Schwarzarbeit, Sozialbetrug, Geldwäsche und Lohndumping. Die Chefin der Laborgemeinschaft habe die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen.

Verwicklung der Gemeinde Zell am See

Die Gemeinde Zell am See sei nun aktiv in dem Fall geworden. Sie hat das an den Tests beteiligte Unternehmen „Gesundheit Innergebirg“ gegründet und bündelt so ihre regionale Gesundheitsversorgung.

„Der Imageschaden, den wir dadurch haben, ist aber in jedem Fall ein Wahnsinn“, so die Vizebürgermeisterin von Zell am See, Salome Rattensberger (ÖVP).

Der Rechnungshof kritisierte schon im Vorjahr die Verflechtungen von privaten und öffentlichen Interessen bei dem Unternehmen.

Der Gesundheitsreferent Christian Stöckl (ÖVP) äußerte vor mehreren Tagen Bedenken, der verpatzte Test-Auftrag und der damit verbundene finanzielle Schaden könnten sich negativ auf die Gemeinde Zell am See auswirken. Die Vorwürfe werden noch durch den Rechnungshof geprüft, die beteiligten Unternehmer wiesen diese wiederholt zurück.

Sollten sich die Anschuldigungen bewahrheiten, müsse der Geschäftsführer so schnell wie möglich von seinen Aufgaben entbunden werden.

„Wir sind dabei, zwischen den gemeinnützigen und gewinnorientierten Tochterfirmen zu entflechten. Außerdem werden wir einen zweiten Geschäftsführer installieren“, so Rattensberger.

Ein Impfzentrum in Wien (Archivbild) - SNA, 1920, 03.02.2022
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Mit den Schultests für alle Bundesländer außer Wien hatte die Laborgemeinschaft nach den Weihnachtsferien begonnen. Schon in der ersten Woche gab es Beschwerden. Laut Bildungsministerium wurden die Leistungsanforderungen nicht erfüllt. Dem Ministerium seien die Daten „zu spät, fehlerhaft und unvollständig“ übermittelt worden.
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