Neue Mondstation – Russland und China beschließen Kooperation im All

© AP Photo / Mark SchiefelbeinFlaggen Russlands und Chinas
Flaggen Russlands und Chinas - SNA, 1920, 04.02.2022
Der chinesische Staatschef Xi Jinping hat bei Gesprächen mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin am heutigen Freitag in Peking die Bereitschaft seines Landes erklärt, mit Russland am Aufbau einer internationalen Forschungsstation auf dem Mond zusammenzuarbeiten. Weitere Themen waren vor allem Wirtschaft und Handel.
Die Internationale Mondstation ist Teil einer Technologiekooperation der beiden Länder. „China ist dazu bereit, gemeinsam mit Russland die bilaterale Zusammenarbeit in wissenschaftlicher und technologischer Innovation zu fördern“, sagte Xi laut einer Erklärung auf der Website des chinesischen Außenministeriums. Schwerpunkte dieser Initiative sind neben der Mondstation unter anderem „künstliche Intelligenz und Internet der Dinge“.
Die mondbasierte Forschungsstation soll von 2026 an entstehen und im Jahr 2035 einsatzbereit sein. Vorher sind Missionen zur Erkundung der Mondoberfläche auf der Suche nach geeigneten Standorten geplant. Eine einschlägige Vereinbarung ist nach russischen Angaben „so gut wie fertig und wird demnächst unterzeichnet“.
Der russische Präsident Wladimir Putin und der Vorsitzende der VR China, Xi Jinping  - SNA, 1920, 04.02.2022
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Ausweitung des Handels – trotz Pandemie

Russlands Präsident Wladimir Putin ist zur Eröffnung der Olympischen Winterspiele nach Peking gereist und hat sich vor der Eröffnungszeremonie zu Gesprächen mit dem chinesischen Staatsoberhaupt getroffen. Neben der Zusammenarbeit im Innovationsbereich ging es dabei auch um die Vertiefung der wirtschaftlichen Kooperation. Angesprochen wurden auch weniger erfreuliche Entwicklungen in der Weltwirtschaft.
Russland und China würden entschlossen gegen „Alleingänge und Protektionismus“ eintreten, heißt es in einer Mitteilung des Kremls. Man unterstütze und schütze das multilaterale Handelssystem mit der Welthandelsorganisation (WHO) im Zentrum, beteilige sich aktiv an der Reform der WHO.
Es gehe darum, den partnerschaftlichen Dialog in den Handels- und Wirtschaftsfragen zu stärken, die bestimmte Sorgen auslösten. „Russland und China sind bereit, ihren Beitrag zur Sicherung nachhaltiger und stabiler globaler sowie regionaler Lieferketten zu leisten und sich für ein offeneres, inklusives, transparentes sowie diskriminierungsfreies System internationaler Handels- und Wirtschaftsregeln einzusetzen.“
Die gute Zusammenarbeit zwischen Russland und China habe sich auch in Zeiten der Pandemie bewährt, hieß es weiter. Man werde noch mehr gemeinsam daran arbeiten, den grenzüberschreitenden Warenverkehr auch unter den erschwerten Bedingungen einer Pandemie effektiver zu gestalten. Vor allem aber würden die beiden Länder „ihre Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Herstellung von Impfstoffen und Medikamenten gegen das neue Coronavirus“ weiter vertiefen.

250 Milliarden Dollar Handelsvolumen pro Jahr

Staatsoberhaupt Xi hat bei den Gesprächen mit Präsident Putin eine neue Zielmarke für den russisch-chinesischen Handel ausgerufen. So soll das Handelsvolumen der beiden Länder auf 250 Milliarden Dollar pro Jahr wachsen. Im vergangenen Jahr tauschten Russland und China Waren und Dienstleistungen im Wert von 200 Milliarden Dollar aus. Vor vier Jahren betrug das russisch-chinesische Handelsvolumen noch 100 Milliarden Dollar.
250 Milliarden Dollar sei ein ambitioniertes Ziel, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Es sei aber auch eine realistische Zielmarke, „wenn man die gegenwärtige Dynamik der bilateralen Beziehungen bedenkt“. Worauf es dabei ankomme, sei die Diversifizierung des Warenaustauschs, damit beide Länder eine neue Qualität in ihren Handelsbeziehungen erreichten.
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