Ehemaliger KSK-Kommandeur in Munitionsaffäre angeklagt

Gewehr - SNA, 1920, 04.02.2022
Die Staatsanwaltschaft Tübingen hat in der Munitionsaffäre bei der Eliteeinheit Kommando Spezialkräfte (KSK) Anklage gegen den früheren Kommandeur, Brigadegeneral Markus Kreitmayr, erhoben.
Die Deutsche Presse-Agentur (DPA) berichtete von den Vorwürfen der unterlassenen Mitwirkung bei Strafverfahren. Hintergrund sei, dass bei der jährlichen Munitionsinventur für das Jahr 2019 erhebliche Fehlbestände im KSK-Munitionslager in Calw entdeckt wurden. Daraufhin habe der ehemalige Kommandeur den Soldaten die Möglichkeit gegeben, unerlaubt entwendete Munition anonym und straffrei zurückzugeben. Es sei mehr Munition abgegeben worden, als der Fehlbestand in Höhe von 28 000 Euro aufwies.
Kreitmayr habe nach Ansicht der Staatsanwaltschaft zumindest damit rechnen müssen, dass die Munition zum Teil entwendet wurde. Der Erste Staatsanwalt Nicolaus Wege kritisierte, dass eine Strafverfolgung wegen der anonymen Rückgabe nicht möglich sei. Der Inventurbericht sei dem Brigadegeneral bekannt gewesen.
Die Rechtsanwälte Bernd Müssig und Christian Mensching bezeichneten die Vorwürfe in einer Stellungnahme als rechtlich begründet.
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Nach den Diebstählen kam es im Frühjahr 2020 zu einer beispiellosen Amnestieaktion für Soldaten, die für viel Empörung sorgte. Die Soldaten des KSK konnten entwendete Kriegsmunition anonym zurückgeben. Öffentlich wurde der Vorfall zum ersten Mal in dem Strafverfahren gegen den KSK-Soldaten Philipp S. thematisiert, bei diesem wurde haufenweise Munition im Garten gefunden.
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