Wenn der Kreml den Gashahn nach Sanktionen zudreht: USA und EU suchen alternative Lieferanten

© SNA / Alexej Witwitskij / Zur BilddatenbankDie Kompressorstation Sayda verbindet die Pipelinesysteme der Tschechischen Republik (Gazela-Pipeline) und Deutschlands.
Die Kompressorstation Sayda verbindet die Pipelinesysteme der Tschechischen Republik (Gazela-Pipeline) und Deutschlands.  - SNA, 1920, 03.02.2022
Die Biden-Regierung und die europäischen Verbündeten suchen weltweit nach Erdgasüberschüssen, die im Falle eines Konflikts um die Ukraine nach Europa geliefert werden können. Dafür hat man sich auch an China gewendet, berichtet die Nachrichtenagentur „Bloomberg“ unter Verweis auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Die Gespräche mit China waren der Agentur zufolge mäßig erfolgreich und führten bisher zu keiner Einigung. Die Möglichkeiten der Umleitung von Gaslieferungen nach Europa loteten US-amerikanische und europäische Beamte zudem mit Kollegen in Japan, Südkorea und Indien aus. Auch die großen US-amerikanischen Energieunternehmen Chevron und Exxon Mobil wurden angesprochen.
„Das Weiße Haus hat sich an Gasproduzenten wie Katar, Nigeria, Ägypten, Libyen und in Algerien tätige Unternehmen gewandt, um die Produktion zu erhöhen, sollten Kampfhandlungen ausbrechen“, schreibt „Bloomberg“.
Flagge der Europäischen Union - SNA, 1920, 26.01.2022
EU erwägt neue Sanktionen gegen Russland auch ohne „Invasion“ – ist aber uneins
Europäische und US-amerikanische Beamte befürchten, dass Moskau auf mögliche wirtschaftliche Sanktionen im Falle eines Konflikts reagieren könnte. Ihre Länder gehen davon aus, dass Russland seine Erdgaslieferungen nach Europa, wo man zu etwa 40 Prozent davon abhängig ist, reduziert oder unterbricht. Anders als bei Erdöl gibt es auf dem globalen Erdgasmarkt kaum Kapazitätsreserven.

Situation um die Ukraine

Seit Monaten wird in westlichen Medien über die Vorbereitung einer „Invasion“ Moskaus in die Ukraine spekuliert. Die Nato-Länder bringen dabei ihre Befürchtungen über angebliche Angriffspläne Russlands auf die Ukraine zum Ausdruck und drohen Moskau daher mit schwerwiegenden Konsequenzen inklusive möglichen weiteren Sanktionen. Dazu gehören Umtauschsperren für den russischen Rubel, Handelsbeschränkungen mit dem Westen und Verweigerung des Zugangs zu Schlüsseltechnologien.
Bundeskanzler Olaf Scholz - SNA, 1920, 03.02.2022
Scholz will „in Kürze” zu Putin nach Moskau reisen
Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban bezeichnete solche Strafmaßnahmen am Dienstag als unwirksam und dementsprechend unannehmbar. Zuvor war bekannt geworden, dass die britische Regierung offenbar in Erwägung zieht, das Vermögen russischer Großunternehmer mit Sitz in Großbritannien im Rahmen von möglichen schärferen Sanktionen gegen Moskau zu enteignen.
Russland weist alle Vorwürfe des Westens in Bezug auf die Ukraine als Provokation zurück und betont, dass diese als Vorwand zur Aufstockung der Nato-Truppen vor den russischen Grenzen benutzt würden.
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