Rätselhaftes „Havanna-Syndrom“: Ultraschall womöglich Auslöser – US-Geheimdienstbericht

© AP Photo / Carolyn KasterDas Siegel der Central Intelligence Agency im CIA-Hauptquartier in Langley (Symbolbild)
Das Siegel der Central Intelligence Agency im CIA-Hauptquartier in Langley (Symbolbild) - SNA, 1920, 03.02.2022
Das sogenannte „Havanna-Syndrom“ bei US-amerikanischen Diplomaten könnte durch äußere Einflüsse wie Impulsen elektromagnetischer Energie oder Ultraschall verursacht worden sein. Das geht aus einem Expertenbericht der US-Geheimdienste hervor, der am Mittwoch publik gemacht wurde.
Demnach wurden mehrere mögliche Kausalmechanismen des „Havanna-Syndroms“ durch ein Expertengremium untersucht. Dabei bestätigten die Experten, dass Zeichen und Symptome von anomalen Gesundheitsstörungen (AHI) bei US-Beamten „echt und überzeugend“ seien.
Fiaker vor dem Hofburg in Wien - SNA, 1920, 17.07.2021
US-Mission in Wien: Neuer Herd des „Havanna-Syndroms”?
Den Experten zufolge lassen sich die Gesundheitsvorfälle nicht so leicht durch bekannte Umwelt- oder medizinische Bedingungen erklären und könnten auf externe Stimuli zurückzuführen sein. „Gepulste elektromagnetische Energie, insbesondere im Hochfrequenzbereich, erklärt plausibel die Symptome der gemeldeten AHI, obwohl Informationslücken bestehen“, heißt es in dem Schreiben.
„Auch Ultraschall erklärt die Kernmerkmale plausibel, allerdings nur in Szenarien mit engem Kontakt und mit Informationslücken.“
Aus Sicht der Experten können allein psychosoziale Faktoren die Symptome nicht erklären, obwohl sie einige andere Vorfälle verursachen oder zu langfristigen Symptomen beitragen können. Auch ionisierende Strahlung, chemische und biologische Stoffe, Infraschall, hörbarer Schall, sich über große Entfernungen ausbreitender Ultraschall und Massenerwärmung durch elektromagnetische Energie schlossen die Experten als unplausibel aus.
Bei US-amerikanischen Diplomaten ist das sogenannte Havanna-Syndrom erstmals 2016 in Kuba und dann 2018 in China diagnostiziert worden. Die Diplomaten erzählten, sie hätten durchdringende Geräusche gehört, die langfristig gesundheitliche Auswirkungen hatten. Amerikanische Diplomaten in Russland, Tadschikistan, Österreich und in mehreren afrikanischen Ländern haben ebenfalls über Symptome des Havana-Syndroms berichtet, darunter Übelkeit und Schwindelgefühl.
Kopfschmerzen / Alleinsein - SNA, 1920, 24.11.2021
Ex-FBI-Agent litt unter Havanna-Syndrom beim Einsatz unweit Russlands – Bericht
Die US-Regierung machte zunächst Russland für die angeblichen „akustischen Angriffe“ verantwortlich, aber diese Anschuldigungen wurden von Moskau als absurd zurückgewiesen. Im Juli 2021 erklärte CIA-Direktor William Burns, dass Russland möglicherweise für die Vorfälle verantwortlich sei, der US-Regierung jedoch Beweise für eine endgültige Entscheidung fehlten.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала