Millionen Erkrankte, Hunderttausende Tote: Neun Fakten über Krebs in Deutschland

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Operation (Symbolbild) - SNA, 1920, 03.02.2022
Bei jedem vierten Europäer besteht das Risiko, an Krebs zu erkranken. Allein in Deutschland hat diese Erkrankung innerhalb der fünf letzten Jahre so viel Todesopfer gefordert, wieviel Menschen heute zum Vergleich in Stuttgart und gleich auch noch in Nürnberg leben. Diese und andere Fakten zum Weltkrebstag finden Sie in unserer folgenden Auflistung.
Krebs ist bei den Deutschen Angstmacher Nummer Eins, geht aus der Umfrage „Angst vor Krankheiten“ hervor, die die DAK-Gesundheit, die bundesweit tätige Krankenkasse, unter Berufung auf das Forsa-Institut im November 2021 veröffentlicht hat.
Am meisten (70 Prozent) fürchten sich demnach die Deutschen gerade vor dieser Erkrankung. Zum Weltkrebstag, der am 4. Februar begangen wird, haben wir einige Fakten und Zahlen über die Krankheit in Deutschland und Europa gesammelt, die heute meistens mit Hoffnungslosigkeit und Unheilbarkeit in Verbindung gebracht wird.

Über vier Millionen neue Krebsfälle in Europa

In der europäischen Region der WHO werden der Weltgesundheitsorganisation zufolge jährlich 4,6 Millionen neue Krebsfälle diagnostiziert und es sterben 2,1 Millionen Menschen infolge einer Krebserkrankung. Jeder fünfte Tod (20 Prozent) dieser Fälle ist auf Lungenkrebs zurückzuführen, gefolgt von Darmkrebs (12 Prozent), Brustkrebs (7 Prozent), Bauchspeicheldrüsenkrebs (6 Prozent) und Magenkrebs (5,7 Prozent).

Millionen Erkrankte in Deutschland

Rund 1,6 Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer Krebserkrankung, die in den letzten 5 Jahren diagnostiziert wurde, geht aus der Broschüre „Krebs in Deutschland für 2017/2018“ hervor, die vom Robert Koch-Institut 2021 veröffentlicht wurde. Geschätzt mehr als 4,4 MillionenMenschen seien in den letzten 25 Jahren an Krebs erkrankt. Die Zahl der jemals an Krebs erkrankten Personen dürfte noch einmal knapp zehn Prozent höher liegen, hieß es.
Laut dem RKI stagniert die Gesamtzahl an jährlichen Krebs-Neuerkrankungen in Deutschland seit etwa zehn Jahren bei rund 500.000 Neuerkrankungen pro Jahr.
Grab (symbolbild) - SNA, 1920, 22.11.2021
Daran stirbt Deutschland – Die zehn häufigsten Todesursachen in Zahlen

Krebs an jedem vierten Tod in Deutschland schuld

Krebs bleibt in Deutschland die häufigste Todesursache für Menschen im Alter von 40 bis unter 80 Jahren, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. So war im Jahr 2020 über ein Drittel (35 Prozent) aller Todesfälle in dieser Altersgruppe auf eine Krebserkrankung zurückzuführen. Insgesamt sei die Zahl der an Krebs Verstorbenen mit 231.271 nahezu unverändert geblieben, sowohl im Vergleich zu 2019 als auch mit Blick auf die Vorjahre seit 2016. Krebs war damit auch 2020 für fast ein Viertel (23,5 Prozent) aller Todesfälle (985.572) verantwortlich, hieß es.
Wenn wir die Einwohnerzahl der deutschen Städte zum Vergleich nehmen würden, würde dies heißen, dass wegen Krebs hierzulande jährlich Krefeld oder zum Beispiel Freiburg im Breisgau aussterben. Und innerhalb von fünf Jahren hat Deutschland wegen Krebs so viele Menschen verloren, wie viele in Stuttgart und gleich auch noch in Nürnberg leben.

Bösartige Neubildungen bei Männern und Frauen

54 Prozent der in Deutschland 2020 an Krebs Verstorbenen waren Männer, 46 Prozent Frauen. Dies folgt aus den endgültigen Angaben des Statistischen Bundesamtes, die im November 2021 veröffentlicht wurden. Bei Männern und Frauen waren vor allem bösartige Neubildungen der Verdauungsorgane, der Atmungsorgane sowie der Genital- und Harnorgane diagnostiziert worden. Bei Männer war am häufigsten Lungen- und Bronchial-, bei Frauen Brustkrebs festgestellt worden.

Krebs eine der häufigsten Ursachen für Krankenhausaufenthalt

Krebs ist einer der vier häufigsten Gründe für einen Krankenhausaufenthalt, so das Portal Destatis. Demnach war im Jahr 2020 fast jede zehnte stationäre Behandlung (9 Prozent) auf eine Krebserkrankung zurückzuführen. Häufiger seien nur Krankheiten des Kreislaufsystems (16 Prozent), Verletzungen, Vergiftungen und andere Folgen äußerer Ursachen (11 Prozent) und Krankheiten des Verdauungssystems (11 Prozent) behandelt worden. Danach folgten Muskel-, Skelett- und Bindegewebskrankheiten (9 Prozent) und Krankheiten des Atmungssystems (6 Prozent), hieß es.
Forschung (Symbolbild) - SNA, 1920, 01.06.2021
„Trojanisches Pferd“ gegen Krebs an Universität Edinburgh erfolgreich getestet

Größte beeinflussbare Risikofaktoren

Die wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren für Krebs in der europäischen Region sind laut der WHO Tabak- und Alkoholkonsum. So sind demnach bis zu 85 Prozent der Todesfälle infolge von Lungenkrebs und 15 Prozent der Todesfälle infolge von Magenkrebs auf Tabakkonsum zurückzuführen. Das Risiko für Lungen-, Darm-, Magen-, Brust- und Bauchspeicheldrüsenkrebs steige deutlich mit dem Alkoholkonsum.

Die häufigsten Krebsdiagnosen in Deutschland

Von allen Krebspatientinnen und -patienten 2020 wurden diejenigen mit der Diagnose Lungen- und Bronchialkrebs (13 Prozent), Brustkrebs (8 Prozent) und Hautkrebs (7 Prozent) am häufigsten im Krankenhaus versorgt, so das Statistische Bundesamt.

Lebenserwartung Betroffener angestiegen

Die Krebssterblichkeit in Deutschland geht seit Jahren zurück, und die Lebenserwartung Betroffener ist stark angestiegen, behauptet das Deutsche Krebsforschungszentrum. So seien vor 1980 mehr als zwei Drittel aller Krebspatienten an ihrer Krebserkrankung gestorben. Heute könne mehr als die Hälfte auf dauerhafte Heilung hoffen.

Mehr Risiko im Westen

Innerhalb der europäischen Region gibt es deutliche Unterschiede hinsichtlich des Risikos einer Einzelperson, im Laufe ihres Lebens an Krebs zu erkranken, so die WHO. So liegt dieses Risiko im westlichen Teil der europäischen Region bei über 25 Prozent. In den Ländern Osteuropas liege es zwischen 19 Prozent und 25 Prozent. In den zentralasiatischen Ländern liege das Risiko zwischen 10 Prozent und 19 Prozent.
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