Diskussion über Bitcoin in Russland: Ist Putin pro Kryptowährung?

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Bitcoin - SNA, 1920, 03.02.2022
Wie viele Länder der Welt ringt auch Russland um seine offizielle Position gegenüber Bitcoin. Während die Zentralbank ein Krypto-Verbot fordert, verweist Präsident Putin auf die Standortvorteile, die das riesige Land für Bitcoin-Mining bereits hat.
Wladimir Putin ist der Meinung, Russland habe charakteristische Merkmale, die es ihm besonders ermöglichen, vom Bitcoin-Mining (Schürfen) zu profitieren, während die russische Zentralbank letzte Woche ein vollständiges Verbot von Krypto-Aktivitäten im Land forderte. Die Behörde befürchtet, dass Kryptowährungen Risiken für die russischen Bürger darstellen könnten.

Finanzministerium und Zentralbank sollen sich einigen

Putin forderte die „Bank Rossii“ letzte Woche auch auf, einen Konsens mit dem Finanzministerium des Landes zu erzielen. Das Ministerium riet von einem vollständigen Verbot des Bitcoin-Handels und –Minings im Land ab. Es warnte, dass ein solcher Schritt die Wettbewerbsfähigkeit Russlands im Technologiesektor beeinträchtigen könnte.
„Die Zentralbank steht unserem technologischen Fortschritt nicht im Weg und unternimmt die notwendigen Anstrengungen, um die neueste Technologie in diesem Bereich einzusetzen“, erklärte Putin bei einem Treffen mit Mitgliedern der russischen Regierung letzte Woche und ging auf die unterschiedlichen Meinungen des Ministeriums und der Zentralbank ein.
Die Position der Zentralbank in Bezug auf Kryptowährungen basiert auf der Sorge, dass „die Ausweitung dieser Art von Aktivitäten angesichts der großen Volatilität und einiger anderer Komponenten dieses Themas gewisse Risiken birgt, vor allem für die Bürger“, so Putin.
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Putin: Russland hat Wettbewerbsvorteile

„Obwohl wir hier natürlich auch gewisse Wettbewerbsvorteile haben, insbesondere im sogenannten Mining“, fügte Putin hinzu und verwies auf den „Energieüberschuss“ und „gut ausgebildete Teams“ des Landes, die für eine florierende Bitcoin-Mining-Industrie eingesetzt werden könnten.
Russland stieg vergangenes Jahr auf den dritten Platz in der Liste der Länder mit dem höchsten Anteil an der Hashrate im Bitcoin-Netzwerk auf (Hashrate ist die Maßeinheit für die Rechenleistung des Bitcoin-Netzwerks, Anm. d. Red.), nachdem China die Kryptowährung und die zugrunde liegende Miningindustrie im Sommer verboten hatte.
Ein Exodus von Bitcoin-Minern von chinesischem Boden führte zur Gründung von Mining-Farmen in den USA, Kasachstan und Russland. Die kostengünstige Energie und das eiskalte Klima des osteuropäischen Landes machen es für Miner attraktiv, da es höhere Gewinnspannen und eine höhere Hashrate ermöglicht.
Bitcoin-Mining ist ein Prozess, bei dem Rechenleistung zur Transaktionsverarbeitung, Absicherung und Synchronisierung aller Nutzer im Netzwerk zur Verfügung gestellt wird. Das Mining ist eine Art dezentrales Bitcoin-Rechenzentrum mit Minern auf der ganzen Welt. Dieser Prozess wird analog zum Goldschürfen Mining genannt. Anders als beim Goldschürfen gibt es beim Bitcoin-Mining eine Belohnung für nützliche Dienste. Die Auszahlung der jeweiligen Bitcoin-Anteile richtet sich nach der zur Verfügung gestellten Rechenkapazität.
Hinweis: Autor Bolle Selke ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren könnten: Bitcoin.
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