Zweiter „Trojaner“ rast um die Erde – Forscher glauben an Landung auf dem Asteroiden

CC0 / UKT2 / Pixabay / Asteroiden (Symbolbild)
Asteroiden (Symbolbild) - SNA, 1920, 02.02.2022
Sternforscher haben einen weiteren großen Asteroiden entdeckt, der unseren Planeten auf dessen Umlaufbahn begleitet. Wissenschaftler nennen solche Himmelskörper „Trojaner“ und halten eine Landung darauf eines Tages für möglich.
Die Neuentdeckung wird wissenschaftlich als „XL5“ bezeichnet. Es ist der zweite Erdtrojaner, den die Sternforscher bisher entdeckt haben. Der erste aus dem Jahr 2010 hört auf den wissenschaftlichen Namen „TK7“.
Erste Hinweise auf den „XL5“ lieferte einem Aufsatz im Fachblatt „Nature Communications“ zufolge das Pan-STARRS-Teleskop auf Hawaii im Dezember 2020. Ein Forscherteam um Toni Santana-Ros von der Universität Barcelona erkundete den Weltraumbrocken von Februar bis März vergangenen Jahres.
Im Verlauf dieser Erkundung analysierten die Wissenschaftler Archivaufnahmen anderer Himmelskörper aus den Jahren 2012 bis 2019 und stellten Beobachtungen des Objekts von drei verschiedenen Observatorien aus an. Erst dann war das Team in der Lage, die Entdeckung eindeutig als Erdtrojaner zu identifizieren.
Meteorit (Symbolbild) - SNA, 1920, 14.01.2022
Warnungen vor Kollision: Neu entdeckter Asteroid könnte Erde gefährlich nahe kommen
Es bestehe kein Zweifel, dass der Brocken sich auf einer bestimmten Umlaufbahn bewege, erklärt Dr. Santana-Ros. Was man da beobachte, sei ganz klar „nicht irgendein undefiniertes Ding“. Aufgrund seines Farbspektrums sei der Asteroid der C-Gruppe zuzuordnen, er bestehe also vorwiegend aus Kohlenstoff.
Den Ursprung des Trojaners vermuten die Wissenschaftler im Asteroidengürtel zwischen dem Mars und dem Gasriesen Jupiter. Dieser wird von unzähligen Trojanern auf seiner Umlaufbahn um die Sonne begleitet. Es sei durchaus möglich, dass „XL5“ durch eine Wechselwirkung mit dem Jupiter aus dem Gürtel geschleudert und auf dem sog. Lagrange-Punkt in der Erdumlaufbahn eingefangen worden sei.
Was die Wissenschaftler sich von der Erforschung der Erdtrojaner erhoffen, sind weitere Hinweise auf den Ursprung und die Dynamik unseres Sonnensystems. Eines Tages könnten sogar Landungen auf den Brocken möglich sein – zwecks wissenschaftlicher Erforschung und zur Ausbeutung dortiger Rohstoffvorkommen. Dafür hätte die Menschheit noch circa 4.000 Jahre Zeit: so lange soll „XL5“ noch auf seiner Umlaufbahn um die Erde kreisen, haben die Wissenschaftler anhand von Rechensimulationen errechnet.
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