Keine „Rücklauf-Lieferungen“ mehr: Ukraine kauft russisches Gas direkt von Ungarn – Medienbericht

© SNA / StringerGasverteilungsstation im Gebiet Lwow, Ukraine
Gasverteilungsstation im Gebiet Lwow, Ukraine - SNA, 1920, 02.02.2022
Die Ukraine kauft von Dienstag an russisches Gas direkt von Ungarn, berichtet die ukrainische Internet-Zeitung „Strana.ua“ am Mittwoch.
Zuvor hatte der Chef des Betreiberunternehmens „Operator GTS Ukrainy“, Sergej Makogon, erklärt, dass Kiew erstmals Gas unmittelbar aus Ungarn zu importieren beginne, während der Brennstoff früher in einem Rücklaufmodus in die Ukraine transportiert worden sei.

„Die Ukraine wird das gleiche russische Gas beziehen wie vorher, diesmal aber über Vermittler in Gestalt der Slowakei und Ungarns. (Letztere werden Gas aus den Pipelines ‚Turkish Stream’ und ‚Nord Stream’ entnehmen – Anm. d. Red.)“, schreibt „Strana.ua“ auf ihrem Telegram-Kanal.

Es wird angemerkt, dass der Lieferbeginn zeitlich mit dem Moskau-Besuch des ungarischen Premierministers Viktor Orban zusammenfiel. Der Chef des ungarischen Ministerkabinetts teilte nach seinen Verhandlungen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin mit, dass die Seiten einem Vertrag über die zusätzliche Lieferung einer Milliarde Kubikmeter Gas nahe gekommen seien. Wie Putin sagte, werde dies kein „besonderes Problem“ für Russland sein.
Kiew kaufte seit 2015 formell kein Gas mehr aus Russland und bekam den Brennstoff in dem sogenannten virtuellen Rücklaufmodus. Dieses Schema beinhaltete eine Gegenverrechnung von Lieferungen, wobei ukrainische Verbraucher einen Teil des Transitgases entnahmen, das Gazprom nach Europa lieferte. Die besagten Gasmengen überquerten nicht die Westgrenze, sondern wurden als importiertes Gas registriert.
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Der Ende 2019 unterzeichnete Vertrag zwischen Gazprom und dem ukrainischen Gasversorger Naftogaz sieht das Umpumpen von 40 Milliarden Kubikmetern Gas im Jahr durch ukrainisches Territorium vor.
Die Gaslieferungen sollen sich trotzdem verringert haben. Wie der Chef des Unternehmens „Operator GTS Ukrainy“ erklärte, sei der Gastransit in den ersten Tagen des Jahres 2022 faktisch um die Hälfte zurückgegangen.
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