Kardinal Marx für Öffnung des Zölibats

© Foto : Erzbischöfliches Ordinariat München (EOM) / Lennart PreissErzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx (Archiv)
Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx (Archiv) - SNA, 1920, 02.02.2022
Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat sich am Mittwoch für eine offene Diskussion über eine Heiratsmöglichkeit für Priester ausgesprochen.
„Es wäre besser für alle, die Möglichkeit für zölibatäre und verheiratete Priester zu schaffen“, sagte Marx gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“. „Bei manchen Priestern wäre es besser, sie wären verheiratet. Nicht nur aus sexuellen Gründen, sondern weil es für ihr Leben besser wäre und sie nicht einsam wären. Diese Diskussionen müssen wir führen.“
Laut Marx ist die zölibatäre Lebensform „prekär“. Ob er einen Zusammenhang zwischen dem Zölibat und dem sexuellen Kindesmissbrauch sehe, konnte Marx nicht pauschal sagen. „Aber diese Lebensform und dieses Männerbündische ziehen auch Leute an, die nicht geeignet sind, die sexuell unreif sind. Und Sexualität gehört eben zum Menschen dazu, das geht auch nie vorüber.“ Die katholische Sexualmoral habe „viele Verklemmungen erzeugt“.
Was die Frage der Frauen als Priesterinnen betrifft, konnte Marx keine klare Antwort geben. „Ich kann das noch nicht beantworten. Das wäre auch nicht hilfreich, es jetzt zu beantworten, weil es gerade dazugehört, dass wir im Gespräch bleiben. Ich bin nicht nur einer, der eine Meinung hat, sondern ich muss auch den Laden zusammenhalten.“
Die Öffnung des Zölibats ist seit langem einer der Dauerbrenner in der katholischen Kirche in Deutschland.
Kardinal Reinhard Marx - SNA, 1920, 26.07.2021
Kritik an Kardinal Marx: Betroffene wollen „keinen Rückzieher”
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