„Von Grund auf erlogen“: Botschafter kommentiert Vorwürfe des Weißen Hauses gegen Russland

© SNA / Michail Turgijew / Zur BilddatenbankAmatoli Antonow, Außerordentlicher und Bevollmächtigter Botschafter Russlands in den USA (Archiv)
Amatoli Antonow, Außerordentlicher und Bevollmächtigter Botschafter Russlands in den USA (Archiv) - SNA, 1920, 02.02.2022
Die Anschuldigungen gegen Russland wegen angeblichen „C-Waffeneinsatzes“ und „zahlreicher Besetzungen“ anderer Staaten sind unbegründet. Das betonte der russische Botschafter in Washington, Anatoli Antonow, in einer Stellungnahme zur diesbezüglichen Behauptung der Pressesprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki.
Sie sagte in ihrem Pressebriefing am Dienstag in Bezug auf Russland und dessen Präsidenten: „Es gibt ein Land und einen Staatschef, die chemische Waffen einsetzten, die zahlreiche Länder in den vergangenen sieben Jahren besetzten…“.
Dem Botschafter zufolge ist die Äußerung von Psaki „von Grund auf erlogen und darauf gerichtet, Russland in den Augen der amerikanischen Öffentlichkeit und der Weltgemeinschaft zu dämonisieren“.

„Russland hält am Prinzip der ‚Nichteinmischung’ in die Angelegenheiten anderer Länder fest und befolgt strikt das Völkerrecht. Im Unterschied zu den USA, deren moderne Geschichte eher einer Chronologie amerikanischer Militäroperationen in verschiedenen Teilen der Erdkugel ähnelt“, fügte der Diplomat hinzu.

Ukraine-Frage

Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen haben sich in den letzten Monaten noch mehr angespannt, die Situation um die Ukraine hat sich verschlimmert. Washington und Brüssel beschuldigen Moskau der Vorbereitung einer „Invasion“ und einer Zusammenziehung russischer Truppen an der Grenze zu dem Nachbarstaat.
Vor diesem Hintergrund verstärkt die Nordatlantische Allianz ihre Präsenz in Osteuropa. So wurde am 24. Januar bekannt, dass eine dänische Fregatte in die Ostsee, vier dänische Jagdflugzeuge nach Litauen sowie spanische Schiffe und niederländische Jagdflugzeuge nach Bulgarien verlegt wurden. Frankreich erklärte sich bereit, seine Kräfte nach Rumänien zu entsenden.
Nato-Emblem - SNA, 1920, 24.01.2022
Nato schickt zusätzlich Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge nach Osteuropa
Moskau weist die Vorwürfe zurück und betont, dass die Truppenbewegungen innerhalb des eigenen Territoriums Russlands erfolgen. Die russische Seite verweist auch darauf, dass die Ukraine die Minsker Abkommen nicht einhält, die die Feuereinstellung und den Abzug schwerer Waffen von der Berührungslinie vorsehen. Kiew hat jetzt die Hälfte des Personalbestandes seiner Armee an der Grenze zu den selbsterklärten Republiken Donezk und Lugansk konzentriert und nimmt Volksmilizen regelmäßig unter Beschuss. Zum Einsatz kommen dabei unter anderem verbotene Waffen wie Javelin-Panzerabwehrraketen und Angriffsdrohnen Bayraktar.
Der Kreml und das russische Außenministerium haben wiederholt darauf verwiesen, dass die Falschinformation über eine „russische Aggression“ dem Ziel dienen, die Masse fremder Truppen vor den russischen Grenzen aufzustocken. Die Hauptursache für die Eskalation in der Ukraine seien die Handlungen der USA und der Nato, die Militärberater sowie Waffen und Kampftechnik in die Ukraine schicken und die Anzahl an Militärübungen dort vergrößern und dadurch Kiew zu militärischen Abenteuern anstiften, wurde betont.
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