„Nichts überstürzen“: Virologen warnen vor zu früher Lockerung der Corona-Maßnahmen

CC0 / mariohagen / Pixabay / Virologe (Symbolbild)
Virologe (Symbolbild) - SNA, 1920, 01.02.2022
In der Debatte um mögliche Abschwächung der Corona-Maßnahmen in Deutschland raten einige Fachleute zu Vorsicht. „Die Politik sollte nichts überstürzen“, empfiehlt der Gießener Virologe Friedemann Weber. Die Pandemie „ist noch nicht vorbei“, warnt Max Geraedts vom Institut für Klinische Epidemiologie der Universität Marburg.
„Eine Exit-Strategie zu planen, um sie später bereitliegen zu haben, ist gut und vernünftig“, sagte der Virologe Friedemann Weber von der Universität Gießen am Dienstag. „Aber die Politik sollte nichts überstürzen. Wenn man solche Pläne vorbereitet, muss man den Menschen auch immer klar dazu sagen, dass es noch zu nicht absehbaren Entwicklungen kommen könnte, die die Umsetzung verzögern.“
Wie Max Geraedts, der das Institut für Versorgungsforschung und Klinische Epidemiologie an der Philipps-Universität in Marburg leitet, betonte, sende eine Debatte über eine Milderung der Maßnahmen „viel zu früh“ die Botschaft, dass die Pandemie schon vorbei sei. „Stattdessen werden wir in den nächsten Wochen an vielen Stellen erleben, dass Personal in allen Branchen entweder isoliert oder in Quarantäne ist, so dass es zu Einschränkungen des Alltags kommt.“
2G-Regel (Symbolbild) - SNA, 1920, 31.01.2022
Bremens Bürgermeister hält Debatten um Lockerungen angebracht und sinnvoll
„Wir stehen vor einem weiteren Anwachsen der Infektionswelle“, teilte Jana Schroeder, Fachärztin für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie von der Stiftung „Mathias-Spital“ in Rheine mit.
„Je nach weiterer Entwicklung könnten möglicherweise sogar erst einmal weitere Einschränkungen sinnvoll sein. Wir müssen eine gewisse Demut walten lassen bei all den Dingen, die wir bisher nicht über Covid-19 wissen, insbesondere durch Omikron.“
Schroeder hält Vorsicht demnach auch weiterhin für angebracht. Eine politische Auseinandersetzung mit einem Lockerungsplan sei aber dennoch sinnvoll: „Aufmachen ist schwieriger als zumachen.“
In der Diskussion hatte auch die Bundesregierung am Montag auf die Bremse gedrückt und darauf verwiesen, dass die sogenannte Omikron-Welle ihren Höhepunkt noch nicht erreicht habe. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erwartet diesen für Mitte Februar. Am 16. Februar sind die nächsten Corona-Krisenberatungen von Bund und Ländern geplant.
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