Russlands UN-Botschafter: US-Vorwürfe in Ukraine-Krise sind „Einmischung”

© SNA / Nancy Cicel / Zur BilddatenbankRussischer UN-Botschafter Wassili Nebensja
Russischer UN-Botschafter Wassili Nebensja - SNA, 1920, 01.02.2022
Die Mitgliedstaaten des UN-Sicherheitsrats haben in einer Abstimmung die Abhaltung eines von den USA initiierten Treffens zur Situation um die Ukraine unterstützt. Der russische UN-Botschafter, Wassili Nebensja, bezeichnete die Vorwürfe eines angeblichen Einmarsches in die Ukraine als Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes.
Wassili Nebensja wies darauf hin, dass die USA in ihrem Vorschlag zur Einberufung der Sitzung „die Position der russischen Truppen auf russischem Territorium als Bedrohung für den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit“ dargestellt hätten. Dies würde eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten Russlands darstellen, da es um Truppenbewegungen innerhalb der Landesgrenzen gehe.
„Dies ist nicht nur eine inakzeptable Einmischung in die inneren Angelegenheiten unseres Staates, sondern auch ein Versuch, die internationale Gemeinschaft über die wahre Situation in der Region sowie die Ursachen der bestehenden globalen Spannungen in die Irre zu führen“, betonte Nebensja.
Der russische Diplomat verwies darauf, dass sein Land alle Vorwürfe, eine Invasion zu planen, strikt zurückweise. Somit basiere der Vorschlag lediglich auf „Spekulationen und grundlosen Anschuldigungen“.
Der Westen verbreite Propaganda und betreibe eine „Megafon-Diplomatie“.
Die Einberufung der Sitzung sei ein weiterer Versuch der USA, „Hysterie rund um die eigenen Behauptungen“ zu verbreiten, der „unsere Kollegen im Sicherheitsrat in eine äußerst unangenehme Situation bringt“. „Das Speisen der Hysterie“ sei dabei auch für die Ukraine schädlich. Der Sicherheitsrat könne nicht als Tribüne für solche Auseinandersetzungen verwendet werden.

Nebensja zur angeblich geplanten Invasion

„Unsere westlichen Kollegen sprechen von der Notwendigkeit einer Deeskalation, aber verstärken in erster Linie selbst die Anspannungen durch ihre Rhetorik und provozieren eine Eskalation“, so Nebensja.
Es scheine, als würden westliche Länder auf eine Eskalation der Situation warten, trotz wiederholter Widerlegung der Vorwürfe seitens Russlands. Kein einziger russischer Politiker habe je eine Drohung über eine geplante Invasion in die Ukraine ausgesprochen.
„Ich möchte nicht nur unseren US-Kollegen eine Frage stellen, sondern auch denen, die dies erwähnt haben – woher stammt die Zahl von 100.000 Soldaten, die sich, wie Sie behaupten, an der russisch-ukrainischen Grenze befinden (obwohl dies nicht der Fall ist)? Wir haben diese Zahl nirgends genannt oder bestätigt“, resümierte der Diplomat.
Die russischen Truppen würden sich an ihren früheren Stationierungsorten aufhalten, nicht in der Nähe der Grenze.
Verhandlungen Moskaus mit der NATO und den USA über Sicherheitsgarantien in Europa seien oft mit dem angeblich geplanten Angriff in Verbindung gebracht worden, ein Scheitern der Verhandlungen würde allerdings keinesfalls zu einem Angriff führen. Nebensja betonte, dass er eine solche Möglichkeit ausschließe.
Der UN-Sicherheitsrat tagt im Rahmen der 74. UN-Generalversammlung in New York.   - SNA, 1920, 31.01.2022
UN-Sicherheitsrat beschließt Ukraine-Treffen: Russlands Botschafter spricht von „Megafon-Diplomatie“
Die USA hatten ein Treffen im Sicherheitsrat angefragt, und zwar wegen einer angeblichen russischen Invasion in der Ukraine. Der russische UN-Botschafter bat um eine Verfahrensabstimmung zu dem Treffen. Es wurde beschlossen, dass die Sitzung stattfinden wird – zehn Mitglieder des UN-Sicherheitsrats stimmten dafür, Russland und China dagegen, drei weitere Länder enthielten sich. Bei prozeduralen Angelegenheiten haben die fünf ständigen Mitglieder kein Vetorecht – Entscheidungen können dann nur mit einer Mehrheit von mindestens neun Stimmen getroffen werden.
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