„Wir brauchen russisches Gas“: Unternehmen Eon warnt vor Energieversorgungskrise

© SNA / Dmitri Lelchuk / Zur Bilddatenbank Logistikzentrum von Nord Stream 2 im Hafen Mukran
 Logistikzentrum von Nord Stream 2 im Hafen Mukran  - SNA, 1920, 01.02.2022
Die Bundesrepublik bleibt weiterhin auf russisches Gas angewiesen. Das sagte der Vorstandschef von Deutschlands größtem Energieanbieter „Eon“, Leonhard Birnbaum, am Montag vor Wirtschaftsvertretern. Die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 wollte er vor diesem Hintergrund jedoch nicht bewerten. Dies sei Aufgabe der Politik.
Deutschland werde auch weiterhin russisches Erdgas benötigen. Davon geht Leonhard Birnbaum aus, Vorstandsvorsitzender des Dax-Konzerns „Eon“ mit Sitz in Essen. Wenn die Gaspreise sinken sollen, müsse mehr Pipelinegas nach Europa kommen, auch aus Russland, sagte er am Montagabend gegenüber der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung.

„Wir glauben, wir brauchen russisches Gas“, sagte der Vorstandschef von Deutschlands größtem Energieversorger. „Insbesondere, wenn wir jetzt auch noch mehr auf Gas setzen, weil wir die Kohle abschalten wollen. Dann sollten wir nicht darüber nachdenken, wie wir das ohne russisches Gas machen.“

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Zur Frage, ob Deutschland für seine Energieversorgung Nord Stream 2 brauche, sagte Birnbaum: „Energiewirtschaftlich ist Nord Stream 2 hilfreich. Politisch kann die Bewertung anders ausfallen. Das muss in der Politik dann diskutiert werden.“
Grundsätzlich sei Pipelinegas günstiger als verflüssigtes Erdgas (LNG), erklärte der Eon-Chef. „Wenn wir auf LNG angewiesen sind, werden die Gaspreise in Europa deutlich höher sein als in der Vergangenheit“, fügte er hinzu. „Wenn die Preise sinken sollen, dann muss dazu mehr Pipelinegas nach Europa kommen. Das erfordert auch natürlich Importe aus Russland, ganz klar. Ich hoffe, dass sich trotz der momentanen Spannungen am Ende ein vernünftiger Ausgang ergibt.“
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