USA wollen Moskau-Besuch von Brasiliens Präsident Bolsonaro verhindern – Bericht

© AP Photo / Eraldo PeresBrasiliens Präsident Jair Bolsonaro
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro - SNA, 1920, 01.02.2022
Die Vereinigten Staaten setzen den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro unter Druck, damit er seine für Mitte Februar geplante Reise nach Russland angesichts der Spannungen rund um die Ukraine absagt. Dies hat die Zeitung „Folha de Sao Paulo“ am Montag unter Verweis auf eigene Quellen berichtet.
„Der US-Außenminister Antony Blinken hat während eines Telefongesprächs an diesem Sonntag mit Bundeskanzler Carlos França erneut Bedenken geäußert, dass Bolsonaros Reise nach Russland als Zeichen dafür interpretiert werden könnte, dass Brasilien in dem Konflikt Partei ergreift“, schrieb die Zeitung unter Berufung auf die Quellen im brasilianischen Außenministerium.
Die gleiche Botschaft sei auch an Argentinien übermittelt worden, dessen Präsident Alberto Fernández diese Woche Russland besuchen werde, hieß es.
Obwohl es in den Gesprächen keine explizite Aufforderung gegeben habe, die Tagesordnung zu ändern, würden die US-Argumente deutlich machen, dass Washington daran arbeiten würde, dass die Reise nicht stattfinden oder zumindest verschoben werde.
Zugleich hätten die Quellen festgestellt, dass die brasilianische Führung nicht beabsichtige, die Reise nach Moskau abzusagen, da „bei den Treffen des Präsidenten eine umfangreiche Agenda der bilateralen Beziehungen zwischen Brasilien und Russland, Partnern in den BRICS, erörtert wird, welche nichts mit der geopolitischen Lage in Osteuropa zu tun hat“.

Ukraine-Frage

In letzter Zeit haben die westlichen Staaten ihre Besorgnis in Bezug auf angeblich zunehmende „aggressive Aktivitäten“ seitens Russlands in der Ukraine zum Ausdruck gebracht. Moskau weist alle Vorwürfe zurück und betont, dass Russland seine Truppen innerhalb des eigenen Territoriums verlegen würde. Der Kreml und das Außenministerium haben wiederholt darauf hingewiesen, dass das Ziel der Geschichten über eine mögliche „russische Aggression“ darin bestehe, eine Gruppierung der Nato nahe der russischen Grenze aufzubauen.
Der Hauptgrund für die Eskalation in der Region sind aus Moskaus Sicht die Aktionen der USA und der Nato, welche Militärausbilder, Waffen und Ausrüstung in die Ukraine schicken, die Zahl der Militärübungen erhöhen und damit Kiew zu militärischen Abenteuern treiben würden. All diese Aktivitäten betrachtet Russland als rote Linien.
Die russische Seite erinnert auch daran, dass sie sich nicht am innerukrainischen Konflikt beteilige und keine Vereinbarungen verletze, im Gegensatz zu Kiew, das die Minsker Vereinbarungen nicht einhalte. Das Dokument sieht einen Waffenstillstand, den Abzug schwerer Waffen von der Kontaktlinie und eine Verfassungsreform vor.
Inzwischen hat die Ukraine die Hälfte ihres Armeepersonals im Donbass konzentriert und beschießt die Volksmiliz, auch mit verbotenen Waffen.
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