Unterschiedliche Bewertung „russischer Gefahr“ erzeugt Spannungen zwischen Kiew und Washington – CNN

© REUTERS / PRESIDENTIAL PRESS SERVICEDer ukrainische Präsident Wladimir Selenski während des Telefonats mit seinem Amtskollegen Joe Biden am 27. Januar 2022
Der ukrainische Präsident Wladimir Selenski während des Telefonats mit seinem Amtskollegen Joe Biden am 27. Januar 2022 - SNA, 1920, 31.01.2022
Meinungsverschiedenheiten bei der Bewertung der Gefahr einer angeblichen russischen Invasion in die Ukraine haben Spannungen zwischen Washington und Kiew verursacht. Dies berichtete der TV-Sender CNN unter Berufung auf Quellen in Regierungskreisen.
Demnach nimmt die ukrainische Seite die Unterstützung durch die Biden-Administration „nicht sehr dankbar“ auf.
Nach Informationen des Senders haben der ukrainische Präsident, Wladimir Selenski, und seine Berater „in den letzten Wochen die Nase voll davon“. Sie nähmen eine „Überreaktion“ seitens der USA wahr, die ihrer Ansicht nach Panik und wirtschaftliche Turbulenzen in der Ukraine schürt. Die ukrainische Seite sei damit unzufrieden, dass die Vereinigten Staaten keine neuen Sanktionen gegen Russland verhängten, beispielsweise gegen die russische Gaspipeline Nord Stream 2, berichtete der Sender am Freitag.
„Kiew würde mehr Wert auf aktive Abschreckungsmaßnahmen wie sofortige Sanktionen gegen Nord Stream legen als auf die ständigen verbalen Warnungen der letzten Monate, die einen drohenden Krieg vorhersagen, keine Abschreckung darstellen und die ukrainische Wirtschaft ungewollt negativ beeinflussen“, zitiert der Sender einen Berater von Selenski.
Der ukrainische Staatschef und seine Berater sind nach CNN-Angaben besonders über die Entscheidung der USA verärgert gewesen, durch die die Abreise von Mitarbeitern der US-Botschaft in Kiew und deren Familienangehörigen angeordnet wurde. Der Sender verwies darauf, dass Selenski diese Anordnung öffentlich als einen „Fehler“ bezeichnet hatte.
Biden und seine Berater seien darüber irritiert, dass Selenski die Bedrohung einer möglichen Invasion Russlands öffentlich herunterspiele und der Meinung, dass öffentliche Warnungen und die Androhung mit schwerwiegenden Konsequenzen für Russland Kernpunkte bei der Abschreckung seien.
„Die Fragen lauten: Warum liefern Sie sich einen Streit mit den USA“, zitierte der Sender einen US-Regierungsbeamten. „Warum lassen Sie Informationen durchsickern und verzerren sie, wenn die USA tatsächlich zu Ihren wahren Freunden gehören? Und warum fordern Sie mehr Waffen, wenn Sie sagen, die Bedrohung habe sich nicht geändert?“
Präsident Joe Biden macht eine Pause während einer Pressekonferenz im East Room des Weißen Hauses in Washington , Mittwoch, 19. Januar 2022. (AP Photo/Susan Walsh) - SNA, 1920, 29.01.2022
Biden will zusätzliche US-Truppen nach Osteuropa schicken
Zuvor hatte der Sender in einem Bericht über das Telefonat zwischen Biden und Selenski vom Donnerstag unter Berufung auf einen ranghohen ukrainischen Regierungsbeamten mitgeteilt, dass das Telefongespräch „nicht gut gelaufen“ sei. Der Pressesprecher des ukrainischen Präsidenten, Sergej Nikiforow, und der ukrainische Außenminister, Dmytro Kuleba, dementierten diese Informationen. Der ukrainische Präsident äußerte, es habe kein Missverständnis mit dem US-Staatschef gegeben.
In den letzten Wochen hatten die westlichen Länder und die Ukraine ihre Besorgnis über angebliche verstärkte „aggressive Handlungen“ Russlands an den ukrainischen Grenzen zum Ausdruck gebracht.
Zoran Milanović - SNA, 1920, 30.01.2022
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Russland wies die Vorwürfe des Westens und der Ukraine wiederholt zurück und betonte, dass sie dazu benutzt würden, um Truppen und Waffen aus Nato-Ländern in der Nähe russischer Grenzen zu stationieren. Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, erklärte mehrmals, dass Russland seine Truppen auf dem eigenen Territorium nach Belieben verlegen dürfe.
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