Ukraine-Krise: London droht mit Enteignung russischer Oligarchen – Moskaus Botschafter kommentiert

© REUTERS / Suzanne PlunkettDer Eigentümer des Chelsea Football Club, Roman Abramovich, geht am High Court in London vorbei (Archivbild)
Der Eigentümer des Chelsea Football Club, Roman Abramovich, geht am High Court in London vorbei (Archivbild) - SNA, 1920, 31.01.2022
Die britische Regierung erwägt offenbar, das Vermögen russischer Unternehmer mit Sitz in Großbritannien im Zuge schärferer Anti-Russland-Sanktionen einzuziehen. Der russische Botschafter in London sieht hinter dem Vorstoß auch innenpolitische Motive der Regierung Johnson.
Der britische Premierminister Boris Johnson steht derzeit innenpolitisch mächtig unter Druck. Und dies sei einer der Gründe, warum die britische Regierung ein Schlaglicht auf die russischen Unternehmer werfe, sagte der russische Botschafter in Großbritannien, Andrej Kelin, in einer Fernsehsendung am heutigen Montag.
Dabei verwies der Diplomat auf britische Zeitungsberichte vom vergangenen Wochenende, die sich auf Aussagen von Verteidigungsminister Ben Wallace und Außenministerin Elizabeth Truss stützen. Demnach sagte die britische Ministerin, die Regierung schließe die Wahrscheinlichkeit nicht aus, dass das Vermögen russischer Oligarchen in London im Rahmen schärferer Sanktionen gegen Russland bei einer Eskalation in der Ukraine beschlagnahmt werde. Das britische Parlament soll sich demnächst mit dem entsprechenden Sanktionsgesetz befassen.
Liz Truss spricht auf dem Parteitag der Konservativen in Manchester, England (Archivbild) - SNA, 1920, 30.01.2022
Auf „aggressive Kampagne“ verzichten: Großbritannien sieht Russland im Ukraine-Konflikt am Zug
In diesem Zusammenhang warnte der russische Botschafter vor aussichtslosen, aber gefährlichen Kampagnen. Die Johnson-Regierung solle hier keinen „Kampf gegen Windmühlen“ losbrechen. „Ich schließe nicht aus, dass London zum Erreichen scheinbarer politischer Ziele eine Kampagne gegen russische Bürger entfachen könnte. Vor allem gegen Unternehmer, die sich in Russland aufhalten“, so der Diplomat.
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